Immer mehr einsame Menschen rufen Telefonseelsorge an

Nachricht 02. Mai 2005

Hannover (epd). Einsamkeit wird zunehmend zum Schwerpunktthema der Telefonseelsorge. Es riefen immer mehr Menschen an, die sonst niemanden hätten, mit dem sie reden können, sagte der Leiter der hannoverschen Telefonseelsorge, Pastor Dieter Klages, vor Journalisten: "Einsamkeit macht krank."

Dies gelte nicht nur für Alleinlebende oder Senioren. Es gebe auch eine "Einsamkeit zu zweit", unter der Paare litten, die sich nicht mehr aussprechen könnten. "Es beeinträchtigt den seelischen Haushalt, wenn man sein Alleinsein nicht in Worte fassen kann", sagte Klages weiter.
Hier stelle die Telefonseelsorge täglich und rund um die Uhr ein verlässliches Angebot dar.

Damit sei die Telefonseelsorge einmalig unter den psycho-sozialen Angeboten, sagte Mitarbeiterin Anke Wenzel: "Bei uns können sich die Menschen über alles, was sie bedrückt, aussprechen und dabei anonym bleiben." Alle Gespräche seien vertraulich, unterlägen der Schweigepflicht und hinterließen keine Datenspur. Seit acht Jahren seien die Anrufe aus dem Festnetz oder per Handy unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer 0800/111 0 111 kostenlos.

Die Telefonseelsorge in der Region Hannover hat Klages zufolge zurzeit 101 ehrenamtliche Mitarbeitende. Rund 80 Prozent von ihnen seien Frauen. Wer künftig mitarbeiten wolle, werde zwei Jahre lang intensiv in Gesprächsführung, Selbsterfahrung und Vermittlung von Informationen ausgebildet. Interessenten, die zwischen 26 und 60 Jahre alt sein sollten, können sich unter Telefon 0511/700-880 melden.

Die Telefonseelsorge Hannover wird von der hannoverschen Landeskirche finanziert. Um ihren Dienst aufrecht erhalten zu können, sei sie auf Spender und Sponsoren angewiesen, so Klages. (epd
Niedersachsen-Bremen/b1315/28.04.05)
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