Auf einen Blick (27.4.)

Nachricht 27. April 2005

Michael Thiel leitet Synodalgruppe Lebendige Volkskirche
Gifhorn (epd). Superintendent Michael Thiel aus Gifhorn ist neuer Vorsitzender der Synodalgruppe Lebendige Volkskirche. Der 47-Jährige löst in diesem Ehrenamt Pastor Werner Wasmuth (65) aus Osnabrück ab, teilte die Synodalgruppe mit. Zur Stellvertreterin wählte die Gruppe die Ergotherapeutin Gunda-Marie Meyer aus Göttingen.
Die Lebendige Volkskirche und die Gruppe Offene Kirche sind die beiden Gruppierungen in der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. (epd Niedersachsen-Bremen/b1277/25.04.05)
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Diakonie-Mitarbeiter protestieren gegen Lohndumping
Hannover (epd). Rund 200 Arbeitnehmer und Mitarbeiter-Vertreter der niedersächsischen Diakonie wollen am Donnerstag in Hannover gegen "Lohndumping" demonstrieren. "Die Diakonie darf nicht zum Niederlohn-Arbeitgeber der sozialen Arbeit werden", sagte Annette Klausing von der Gewerkschaft ver.di am Mittwoch dem epd. In einigen Einrichtungen der Diakonie seien Tendenzen spürbar, die Entlohnung zu drücken und die Arbeit zu entwerten. So komme eine Lohnspirale nach unten in Gang.

In der Diakonie der evangelischen Kirchen in Niedersachsen sind rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigt. Jüngste Entwicklungen hatten einen Tarifstreit ausgelöst: Eine Tochtergesellschaft der Einrichtung "Stephansstift" für die Altenpflege wollte einen von der übrigen Diakonie abweichenden Tarif anwenden. Nach heftigen Protesten der Arbeitnehmer lenkte die Einrichtung jedoch ein.

Die Leitung des Stephansstiftes erklärte unterdessen in einer Pressemitteilung: "Wir beugen uns damit einer Erpressung." Eine Absenkung der Personalkosten sei wirtschaftlich geboten. Die geltenden Tarife verhinderten in ihrer vorliegenden Fassung das wirtschaftliche Überleben der diakonischen Alteneinrichtungen, betonte Vorsteher Walter Weber. Bei den Mitarbeiter-Vertretern sei eine Bereitschaft, die Probleme zu lösen, derzeit nicht erkennbar, kritisierte er. (epd
Niedersachsen-Bremen/b1306/27.04.05)
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Ein Bett für jeden Kirchentagsbesucher in Hannover
Hannover (epd). Es ist geschafft: Die Hannoveraner aus Stadt und Region haben für die Gäste des Kirchentages vom 25. bis 29. Mai 12.000 kostenlose private Unterkünfte zur Verfügung gestellt, teilte der Kirchentag in Hannover mit. Damit seien die Hannoveraner einer internen Kirchentags-Statistik zufolge die Zweitschnellsten. Nur die Stuttgarter im Jahr 1999 hätten noch weniger Zeit gebraucht. (epd
Niedersachsen-Bremen/b1270/25.04.05)
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Fernsehsender strahlt "Tacheles"-Debatte noch einmal aus
Hannover (epd). Die Debatte der kirchlichen Fernseh-Talkshow "Tacheles" zum 60. Jahrestag des Kriegsendes wird am 3. Mai ein weiteres Mal auf dem Sender "Phoenix" ausgestrahlt. Zum Thema "60 Jahre nach dem Krieg - das Ende der Schuld?" diskutieren unter anderem der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) und der Journalist Niklas Frank, teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag in Hannover mit.

Dohnanyi ist der Sohn des 1945 von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpfers Hans von Dohnanyi, Frank der Sohn von Hitlers Generalgouverneur in Polen, Hans Frank. Weitere Gäste sind der Historiker Hubertus Knabe, die Mode-Designerin Eva Gronbach, der Pastor an der Dresdner Frauenkirche, Stephan Fritz, sowie eine junge Jüdin und ein Neonazi-Aussteiger. Die Sendung beginnt um 17 Uhr. Sie wurde Anfang April in der evangelischen Marktkirche in Hannover aufgezeichnet. (epd Niedersachsen-Bremen/b1281/26.04.05)
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Landesbischöfin Käßmann dankt Diakonissen in Rotenburg
Rotenburg/Wümme (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat den Diakonissen in Rotenburg/Wümme für ihren Dienst an alten und kranken Menschen gedankt. Sie folgten damit in beeindruckender und glaubwürdiger Weise Jesus Christus nach, sagte die leitende Theologin am Sonntag in einem Festgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen des Diakonissen-Mutterhauses bei Bremen.

Es gebe ökonomische Zwänge, die Pflegekräfte manchmal verzweifeln ließen, weil die Zeit für den Einzelnen immer knapper werde, sagte Käßmann. Deshalb sei es bewundernswert, wenn Diakonissen ihr ganzes Leben in den Dienst der Pflege stellten. Käßmann erinnerte an die Oberin Helene Hartmeyer (1854-1920), die 1905 mit 70 Diakonissen in Rotenburg ein neues Mutterhaus gründete. Die Schwestern kamen von Hamburg, wo der dortige Krankenhaus-Vorstand von ihnen verlangt hatte, wohlhabende Patienten zu behandeln, um mehr Geld einzunehmen. Die Diakonissen wollten aber in erster Linie armen Menschen helfen.

Weltweit seien es vor allen die Frauen in den Kirchen, die sich kranken und sterbenden Menschen zuwendeten, betonte Käßmann. Sie pflegten wie die Diakonissen in Rotenburg mit Geduld, Warmherzigkeit und Liebe. Das Mutterhaus sei zu einer Art Keimzelle für das größte konfessionelle Krankenhaus in Norddeutschland geworden, in dem heute jährlich rund 100.000 Patienten behandelt würden. "Darauf können Sie stolz sein", rief Käßmann den Diakonissen in der evangelischen Kirche "Zum Guten Hirten" zu.

Heute leben noch 33 Schwestern im Rotenburger Mutterhaus, die meisten davon im Ruhestand. Doch nach wie vor engagieren sie sich ehrenamtlich für die Diakonissen-Gemeinschaft, helfen alten und kranken Menschen sowie Aids-Waisen in Äthiopien. Das Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen des Mutterhauses wird in der zweiten Jahreshälfte mit Ausstellungen und einem Vortrag fortgesetzt. (epd Niedersachsen-Bremen/ b1272/24.04.05)
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