Vietinghoff: Protestanten in Europa erkennbar machen

Nachricht 26. April 2005

Leipzig/Hannover (epd). Die protestantischen Kirchen in Europa sind nach Ansicht des hannoverschen Kirchenamtspräsidenten Eckhart von Vietinghoff europapolitisch vollkommen unzureichend organisiert. "Wir müssen die reformatorischen Kirchen strukturiert erkennbar in Europa machen", forderte er am Dienstag bei einer Tagung kirchlicher Öffentlichkeitsarbeiter in Leipzig.

Während Katholiken und Orthodoxe nationenübergreifend mit konfessionellen Botschaftern in Brüssel präsent seien, fehle der EU auf Seiten der evangelischen Kirchen ein gemeinsamer Ansprechpartner, sagte der Jurist. Bescheidenheit aber werde als Profilschwäche ausgelegt und führe in die Bedeutungslosigkeit. Er schlug eine evangelische europäische Versammlung vor, die Impulse in der Sozial- und Entwicklungspolitik setzen könne.

Die reformatorischen Kirchen sollten den im EU-Verfassungsentwurf verankerten Dialog mit der EU aufnehmen. "Sonst ist diese Tür irgendwann zu", warnte Vietinghoff auf der Tagung des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik (Frankfurt a.M.). Über nationale Fragen wie Kirchensteuern und Diakonie-Arbeitsrecht hinaus sehe er gute Chancen, eine gemeinsame, über nationale Grenzen reichende evangelische Dimension in die Europapolitik zu tragen. (epd Niedersachsen-Bremen/b1290/26.04.05)

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