Auf einen Blick: Kirchentag (11.4.)

Nachricht 11. April 2005

Zehntausende von Jugendlichen zum Kirchentag erwartet
Hannover (epd). Zum 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 25. bis 29. Mai in Hannover erwarten die Initiatoren rund 30.000 bis 50.000 junge Leute unter 30 Jahren. "Kirchentage gehören zu den jugendlichsten Großveranstaltungen überhaupt", sagte Kirchentagspastor Jan Janssen am Montag vor Journalisten in Hannover.
Mit zwei Zentren auf dem Expo- und Messegelände sowie in der Nordstadt wollen die Organisatoren auf die besonderen Wünsche der Jugendlichen eingehen. Zu dem Protestantentreffen werden insgesamt 100.000 Dauerteilnehmer erwartet.

Das "Zentrum Jugend" des Kirchentages wird sich im ehemaligen "Deutschen Pavillon" der Expo 2000 finden. Hier werden neben Bibelarbeiten und Gottesdiensten ein "Anti-Gewalt-Training", Rock- und Popkonzerte, Theater und Tanz, eine Reggae-Party, Kletterwände oder der "MEGA Fußballkicker XXL" angeboten, sagte Mitinitiatorin Sarah Oltmanns. Diskussionen und Workshops fragen nach den Menschenrechten, dem Dialog der Religionen oder den Themen Sexualität und Spiritualität. Hier könne sich jeder eine Meinung bilden, ohne dass eine Denkrichtung vorgegeben sei.

Zweiter Anlaufpunkt für Jugendliche ist die Jugendkirche in der Nordstadt: die Lutherkirche. Hier gibt es unter anderem ein "Fire-Abendmahl", einen SMS-Gottesdienst, Konzerte, Talkrunden, "Street-Soccer" und Musiktheater. Abends öffnet das "(T)raumcafé Surprise". Zahlreiche Anziehungspunkte für Jugendliche fänden sich auch im übrigen Programm des Kirchentages, sagte Janssen:
"Jugendliche suchen aber auch Räume ganz für sich." Hier seien sie selbst aktiv beteiligt und brächten ihre Fragen ein.

"Die Jugendlichen sind die Fachleute für die Zukunftsfragen in Kirche und Gesellschaft", sagte Janssen zum Kirchentagsmotto "Wenn dein Kind dich morgen fragt...". "Erwachsene sollten viel mehr die 15- bis 25-Jährigen fragen, wie das Morgen auszusehen hat, als immer nur unter sich zu bleiben." Der Kirchentag sei eine gute Gelegenheit dafür. (Internet: www.kirchentag.de/jugend)
(epd Niedersachsen-Bremen/b1086/11.04.05)
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Hannoveraner stellen mehr als 1.000 Fragen
Hannover (epd). Der Kirchentag und sein Motto "Wenn dein Kind dich morgen fragt..." sind Anlass für ein Kunstprojekt, das aus einer umfassenden Fragen-Sammelaktion besteht. Bisher hätten bereits mehr als 1.000 Hannoveraner ihre Fragen auf bunte Stoffbänder geschrieben, die am 23. Mai an einem Holzturm in der Innenstadt befestigt werden sollen, sagte die Leiterin des Projekts "monument der fragen", Katrin Schuh, am Freitag vor Journalisten in Hannover.

Der Auftakt der Veranstaltung wird ein Gottesdienst in der Marktkirche zum Thema Fragen mit Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann sein. Die Kirche sei der Ort, wo man fragen dürfe, sagte er: "Wer die richtige Frage stellt, hat oft schon die Antwort." Dies werde bereits in der Bibel deutlich. Die Fragen, die die Hannoveraner bis jetzt aufgeschrieben hätten, zeigten eine tiefe Nachdenklichkeit: "Sie machen deutlich, dass wir in einer Welt leben, die in vielen Punkten fragwürdig ist."

Auch Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) sagte, die Quantität und Qualität der Fragen zeigten, dass die Menschen sich ernsthaft damit auseinander setzten. Es werde deutlich, was die Hannoveraner in ihrer Stadt bewege. Dazu gehörten Zweifel an der Politik, Wünsche nach Reformen und die Verunsicherung über die persönliche Zukunft. Dennoch sei die Grundstimmung nicht pessimistisch:
"Wir dürfen nicht den Fehler machen, auf alles eine Antwort haben zu wollen", sagte Schmalstieg.

Die Fragebänder, die an Sisalseile geknüpft sind, sind unter anderem erhältlich in der Buchhandlung an der Marktkirche und im Bürgerbüro im Rathaus. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.monumentderfragen.de. - Veranstalter des Projektes sind die Stadt Hannover, das Institut "festwerk" für Fest, Kultur und Stadtentwicklung e.V. und die Lottostiftung. Der Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 25. bis 29. Mai in Hannover statt. (epd
Niedersachsen-Bremen/b1065/08.04.05)
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Kalefelder tragen Kirche zum Kirchentag
Kalefeld/Kr. Northeim (epd). Christen aus dem so genannten Alten Amt im Kreis Northeim wollen ein Modell der alten Kalefelder Weißenwasserkirche vor dem Evangelischen Kirchentag mit einer Trage nach Hannover bringen. Dort werde das Modell am Abend der Begegnung der Öffentlichkeit präsentiert, teilten die beteiligten Gemeinden mit. Sie wollen mit ihrer Aktion an die Sage von der Entstehung der Kirche erinnern.

Dieser Sage zufolge trugen einmal zwei Riesen aus Uslar eine Kirche. Als sie am Weißenwasser gerastet hatten und die Kirche wieder aufnehmen wollten, brach die Trage entzwei. Deshalb ließen sie die Kirche einfach an dem Bach stehen. Der erste urkundliche Nachweis einer Kapelle des Dorfes Whitenwatere stammt aus dem Jahre 1055. Vorher soll an der Stelle eine bedeutende heidnische Kultstätte bestanden haben.

Die Sage von der Weißenwasserkirche wurde 1989 bei der 1100-Jahr-Feier der Gemeinde Kalefeld uraufgeführt. Mitglieder des Männergesangvereins hatten das Modell zuvor in Monate langer Arbeit zusammengebaut. An der Aktion zum Kirchentag wollen sich den Angaben zufolge "viele Leute" beteiligen. Das Modell werde jeweils von zwei Personen auf einer Bahre getragen. Begleitfahrzeuge sollen die jeweils pausierenden Träger transportieren und bei Bedarf "neue Riesen aus dem Alten Amt holen".

Auf dem Weg nach Hannover wollen die Altämtler an der Gandersheimer Stiftskirche, im Kloster Lamspringe und in der Michaeliskirche in Hildesheim Halt machen und dort mit den Menschen ins Gespräch kommen.
Bis dahin suchen die Organisatoren nach Firmen, die einen Teil der insgesamt knapp 100 Kilometer langen Strecke mit einem Kilometergeld sponsern. Überschüsse gehen an die Organisation "Ärzte ohne Grenzen", hieß es. Das Alte Amt umfasst die Ortschaften um Kalefeld und Echte.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1067/08.04.05)