Kirchenreformer: Papst war ein Mann der Widersprüche

Nachricht 03. April 2005

Hannover (epd). Die katholische KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" (www.wir-sind-kirche.de) hat den verstorbenen Papst Johannes Paul II. gewürdigt und dabei auf viele Widersprüche hingewiesen. "Er war ein Papst vieler großer Gaben, aber auch vieler falscher Entscheidungen", teilte das Bundesteam "Wir sind Kirche" am Sonnabend in Hannover mit. Zwischen seinem Einsatz für Reform und Dialog in der Welt und einem gleichzeitigen innerkirchlichen Rückfall in autoritäre Strukturen habe es eine große Diskrepanz gegeben.

Die Kirchenreformer kritisieren unter anderem eine mangelnde innerkirchliche Dialogbereitschaft, die zu einem Klima lähmender Angst und geistiger Erstarrung geführt habe. Weitere Kritikpunkte sind das Festhalten von Johannes Paul II. am Verbot der Frauenordination, am Pflichtzölibat sowie am strengen Kondom-Verbot.

Die 1996 in Rom gegründete internationale Bewegung "Wir sind Kirche" setzt sich nach eigenen Angaben für eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche ein. Sie sei derzeit in mehr als 20 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. (epd Niedersachsen-Bremen/b0985/03.04.05)
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