Ostern fühlen und schmecken

Nachricht 19. März 2005

Bremervörder gestalten christlichen Sinnenpark

Von Dieter Sell (epd)

Bremervörde (epd). So muss das Paradies wohl aussehen. Die Sonne taucht den Bach, die duftenden Blumenblüten und das Ostergras in ein warmes Licht. Bis zur Decke wölbt sich ein Regenbogen als fulminanter Schlusspunkt eines "Ostergartens", den die christlichen Gemeinden in Bremervörde aufgebaut haben. Mit dem Sinnenpark wollen sie Gästen nach einer Idee aus Baden die biblische Geschichte auf eine neue Weise näher bringen: Ostern zum Fühlen, Schmecken, Riechen und Staunen.

Vor einem Jahr haben die ersten Vorbereitungen für das ehrgeizige Projekt begonnen. "Zwischenzeitlich steckt die halbe Stadt mit drin", sagt Mitinitiatorin Gudrun Thiele. Vier Schulen -sind beteiligt, daneben der evangelische Kindergarten und ein harter Kern von 20 Ehrenamtlichen. Sie pflanzten Blumen, bemalten Stoffbahnen, schrieben Texte, druckten Plakate. Stehpulte entstanden, Hörszenen wurden geschnitten, Stationen gestaltet und dekoriert. Bis zum 27. März können Gäste nun durch den Ostergarten im Ludwig-Harms-Haus (Kirchenstraße 2) mitten in Bremervörde spazieren.

Alles beginnt mit dem "Einzug in Jerusalem". Großflächige Stoffbahnen zeigen die Kulisse der Heiligen Stadt, in der Jesus nach der biblischen Erzählung unter dem Jubel der Menschen auf einem Esel eintraf. Wer möchte, kann schon zu Beginn des Streifzugs einen Stein aufnehmen, als Symbol für Last und Schuld, die jeder Mensch mit sich trägt. Später kann der Stein, kann alles Bedrückende am Kreuz niedergelegt werden.

"So wird in der Erleichterung körperlich erfahrbar, was es bedeutet, dass durch den stellvertretenden Tod Christi dem Menschen die Schuld vergeben ist", erläutert Gudrun Thiele. Noch vor dem Kreuz können Gäste eine Fußwaschung erleben und symbolisch am Passahmahl mit den Jüngern teilnehmen. Hörszenen und Texte erläutern, was es zu sehen gibt.

Noch vor dem paradiesischen Auferstehungsgarten stehen Stationen, die sich mit den überlieferten Geschehnissen im Garten Gethsemane, mit Gefangennahme, Verurteilung und Kreuzigung Jesu beschäftigen. Zum Grab geht es dann in eine dunkle Höhle, die von Schwarzlicht in einen geheimnisvollen Schimmer getaucht wird. Doch durch einen Spalt lässt sich schon das Ende und der Höhepunkt des christlichen Sinnenparks erahnen.

Für die erste Woche sind bereits alle Führungstermine ausgebucht
(Kontakt: 04761/2581, Internet www.kkbz.de). "Oft rauscht die Ostergeschichte an uns vorbei, weil sie nur den Verstand erreicht", sagt Gudrun Thiele. Sie hofft, dass es den Bremervördern mit ihrem Projekt nun gelingt, auch das Herz anzusprechen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b0823/16.03.05)
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