Kirchentag: TV-Pfarrer Jürgen Fliege sorgt für Kritik

Nachricht 17. März 2005

Hannover (epd). Die Teilnahme des TV-Pfarrers Jürgen Fliege am Deutschen Evangelischen Kirchentag im Mai in Hannover sorgt für Kritik.
Es gebe einzelne Anfragen wegen Flieges Auftritt, sagte der Präsident des Kirchentages, Professor Eckhard Nagel, am Mittwoch vor Journalisten in Hannover. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass der TV-Moderator und Jurist Michel Friedman seine Teilnahme am Kirchentag aufgrund öffentlicher Kritik abgesagt hat.

Nagel betonte, es sei dem Kirchentag wichtig, Personen einzuladen, die unterschiedliche Positionen vertreten. Nur so werde man dem Anliegen gerecht, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Zu der Absage Friedmans sagte der Kirchentags-Präsident, er respektiere dessen Entscheidung: "Sie ist aber ein Verlust."

Jürgen Fliege schreibt in seinem vor wenigen Wochen erschienen Buch "Die Ordnung des Lebens - Die Zehn Gebote", dass er sich solange er zurückdenken könne, von den biblischen Geboten bedroht gefühlt habe.
Heute sehe er sie als ethische Richtschnur. An anderer Stelle schreibt er, es gebe "keinen wahren einzigen Gott und keinen einzig wahren Glauben". Auf dem Kirchentag soll der 57-jährige Talkmaster das Podium "Glauben vermitteln - Spiritualität und Mission" leiten.

Die Kritik an der Teilnahme Michel Friedmans hatte sich daran entzündet, dass Friedman vor zwei Jahren im Zuge der Ermittlungen gegen eine ukrainische Gruppe von Frauenhändlern ins Visier der Justiz geraten war. In seiner Absage an den Kirchentag schreibt Friedman, er könne die Einwände gegen ihn nicht nachvollziehen, sehe aber, dass sein Auftritt die Veranstaltung belasten würde. (epd Niedersachsen-Bremen/b0850/16.03.05)
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