Lutheraner aufgeschlossen für Spiritualität

Nachricht 15. März 2005

Loccum (epd). Die Lutheraner sind nach Angaben von Bischof Hans-Christian Knuth (Schleswig) aufgeschlossen für Erfahrungen aus anderen Religionen und den Humanwissenschaften. Entscheidend für neue Praktiken sei, dass der Bezug auf Jesus Christus im Mittelpunkt stehe, sagte Knuth, der Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist, am Dienstag vor Journalisten in Loccum. Die Bischofskonferenz der VELKD hat sich in einer Klausurtagung mit dem Thema "Christliche Spiritualität" beschäftigt.

Die Bischöfe hatten in den vier Tagen ihrer Klausur an praktischen Übungen wie Meditationen und Schweigezeiten teilgenommen. In Vorträgen und Diskussionen hatten sie auch über Abgrenzungen nachgedacht. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann sagte, dass asiatische Religionen auf die Auflösung des Selbst zielten, der christliche Glaube jedoch auf das Finden der eigenen Identität. Der Schweriner Bischof Hermann Beste forderte, geistliche Übungen im Christentum müssten immer auch auf die Gemeinschaft bezogen sein.

Die verbreitete Suche nach Spiritualität in der Gesellschaft lasse spüren, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebe, sagte Knuth: "Wir brauchen auch mal selbst das Brot, das wir austeilen." Damit sei kein Rückzug aus gesellschaftlicher oder sozialer Verantwortung gemeint.
Glauben und Tun müssten zusammen bleiben. Äußere Formen wie Klänge, Düfte oder körperliche Übungen könnten hilfreich sein für das innere Erleben. In der friedlichen Revolution der DDR sei die Macht von Gebeten und Kerzen gegenüber Gewehren deutlich geworden. (epd
Niedersachsen-Bremen/b0833/15.03.05)
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