Lutheraner halten an Verkündigung durch Prädikanten fest

Nachricht 15. März 2005

Loccum (epd). Die lutherischen Bischöfe halten daran fest, dass auch Männer und Frauen ohne Theologie-Studium und Ordination predigen und das Abendmahl austeilen können. Voraussetzung sei die ordentliche Berufung zum Prädikanten durch die Kirche, teilte die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) am Dienstag in Loccum mit.

Ein erster Text der VELKD vom November war von katholischer Seite und einigen lutherischen Theologen kritisiert worden. Dieser Text sei jedoch noch nicht verbindlich und enthalte Unschärfen, sagte der Leitende Bischof Hans-Christian Knuth (Schleswig) am Ende einer Klausurtagung der Bischofskonferenz.

Der Catholica-Beauftragte der VELKD, der bayerische Bischof Johannes Friedrich, erklärte sich gesprächsbereit gegenüber den katholischen Kritikern. Sie sollten mit offiziellen Stellungnahmen jedoch auf das endgültige Papier warten. Er hoffe in der weiteren Diskussion auf einen breiten Konsens unter allen 23 evangelischen Kirchen in Deutschland.

Die lutherischen Bischöfe machten deutlich, dass sie sich in keiner Weise dem katholischen Verständnis von der Priesterweihe als Sakrament nähern wollten. Der eigentliche Stein des Anstoßes sei wohl das evangelische Verständnis vom Priestertum aller Gläubigen, vermutete Knuth.

Kritikern aus dem Luthertum selbst hielten die Bischöfe entgegen, dass in manchen Kirchen die Versorgung der Gemeinden schwierig würde ohne Prädikanten, die sich als Nicht-Theologen zu Predigt und Sakramentsverwaltung beauftragen ließen. In Bayern gibt es laut Friedrich neben 2.700 Pfarrerinnen und Pfarrern bereits 900 Prädikanten.
Ähnliche Notwendigkeiten sah auch der Schweriner Bischof Hermann Beste.

Die VELKD besteht aus den acht Landeskirchen von Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Thüringen. Ihnen gehören rund 10,4 Millionen Mitglieder an. (epd Niedersachsen-Bremen/b0832/15.03.05)
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