Bürokratieabbau in der Pflege gescheitert - Verbände enttäuscht

Nachricht 10. März 2005

Hannover, 10. März 2005. Gemeinsam haben die Verbände der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) und die Verbände der privaten Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen (LAG PPN) am 03.03.2005 die niedersächsische Sozialministerin Frau Dr. Ursula von der Leyen angeschrieben. Anlass des gemeinsamen Briefes ist das Ende der im niedersächsischen Sozialministerium eingerichteten Arbeitsgruppe "Bürokratieabbau in der Pflege".

Die dort gefundene "Lösung" zur Entbürokratisierung des Problems "Anforderung von Pflegedokumentationsunterlagen durch die Krankenkassen" wird von den Verbänden als unzureichend bewertet. Die gefundene Lösung besteht darin, dass die Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen den niedergelassenen Ärzten eine "Ausfüllhilfe" für den Vordruck "Verordnung Häusliche Krankenpflege" an die Hand geben wollen.

Die Verbandsvertreter hatten in den verschiedensten Sitzungen immer wieder deutlich gemacht, dass das Anfordern von Unterlagen nur in wenigen Fällen damit zu tun habe, dass der verordnende Arzt die Verordnung fehlerhaft ausgestellt habe. Leider sind diese anderen Fallkonstellationen, in denen Dokumentationsunterlagen angefordert werden, nicht weiter verfolgt worden.

Die Verbände geben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Ministerin die Einschätzung teilt, dass allein mit einer Ausfüllhilfe für niedergelassene Ärzte dem Problem der Bürokratie in der Pflege nicht begegnet werden kann. Sie bitten die Ministerin die übrigen in der Arbeitsgruppe benannten Handlungsbedarfe weiterhin zu verfolgen, um sie einer Lösung zukommen zu lassen, die die Bezeichnung "Entbürokratisierung" verdient.

Die LAG FW in Niedersachsen ist der Zusammenschluss aller freien niedersächsischen Wohlfahrtsverbände. Zur ihm gehören AWO, Caritas, DRK, Diakonie, die Jüdische Wohlfahrt und die Paritätischen.

Bernd Prigge Pressesprecher
Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V.
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