Auf einen Blick (3.3.)

Nachricht 03. März 2005

Kirche bittet um Hilfspakete für Tschernobyl-Kinder
Buxtehude/Kr. Stade (epd). Die landeskirchliche Arbeitsgemeinschaft "Hilfe für Tschernobyl-Kinder" bittet um Hilfssendungen für Weißrussland. "Fast noch wichtiger als der Inhalt der Pakete ist das Signal, dass die Menschen nicht vergessen sind", sagte am Donnerstag der Buxtehuder Pastor Hans-Otto Gade. Der evangelische Theologe ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft, die jährlich Ferienerholungen für etwa 1.000 Kinder organisiert, die unter den Spätfolgen der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl leiden.

Belarus habe allerdings neue Vorschriften für die Hilfspakete erlassen, betonte Gade. "Auf den Paketen muss nun der Inhalt wie Mehl, Zucker, Reis, Schokolade, Kleidung oder Spielzeug genauer vermerkt werden." Eine Mengenangabe in Gramm oder Stück sei zwar nicht erforderlich, "kann aber nichts schaden". Auf keinen Fall dürften verderbliche Waren, Bargeld, Medizin und elektrisch betriebene Geräte versendet werden.

Der weißrussische Zoll kontrolliere neuerdings sehr genau, hieß es.
Bei einem Verstoß müssten die Empfänger knapp ein Drittel des Paketwertes als Strafzoll bezahlen. Die Pakete dürfen höchstens zwölf Kilo wiegen und kosten dann zwischen sechs Euro und 14,40 Euro. Im Buxtehuder "Dietrich-Bonhoeffer-Haus" werden am 15. und 16. März zwischen 18 und 20 Uhr Hilfspakete entgegengenommen.

Gade betonte, für die Ferienaktion werde noch dringend Geld benötigt. Die Gemeinden in Buxtehude, Horneburg, Bliedersdorf und Bargstedt wollen vom 11. August bis 7. September 65 Kinder und Betreuer aufnehmen. Spenden können unter dem Stichwort "Ferienaktion" auf das Konto 56241452 bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude (Bankleitzahl
20750000) überwiesen werden. (epd Niedersachsen-Bremen/b0717/03.03.05)
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Neue Vorsitzende der Konferenz für Krankenhausseelsorge
Hannover (epd). Die Klinikseelsorgerin Kathrin Jahns (45) aus Kassel ist zur neuen Vorsitzenden der Konferenz für evangelische Krankenhausseelsorge gewählt worden. Die Pfarrerin aus Kurhessen-Waldeck ist Nachfolgerin von Pfarrer Wolfgang Gruber, der in der bayerischen Landeskirche eine neue Aufgabe übernommen hat, teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Donnerstag in Hannover mit. Jahns ist seit zwölf Jahren Klinikpfarrerin in Kassel. (epd Niedersachsen-Bremen/b0713/03.03.05)
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Für Vietnamesin aus Peine öffnet sich Weg zur Rückkehr
Peine (epd). Für eine abgeschobene junge Vietnamesin aus Peine eröffnet sich ein Weg zur Rückkehr. Die 14-jährige Thu-Nga Van solle so schnell wie möglich zurückgeholt und in Braunschweig eingeschult werden, teilte der Unterstützerkreis am Mittwoch in Peine mit. Dem Mädchen gehe es sehr schlecht. Es gehört zu einer Familie, die im Dezember nach Hanoi abgeschoben worden war. Sie hatte sich zuvor in die Räume einer Kirchengemeinde geflüchtet.

Das Niedersächsische Innenministerium hat jetzt den Weg zu einer Rückkehr des Mädchens frei gemacht, nachdem die Unterstützer nicht seine Rückkehr ins Ratsgymnasium gefordert hatten, sondern die Christophorus-Schule in Braunschweig benannt hatten. Nach Auskunft des Ministeriums kann jedes ausländische Kind in Deutschland Privatschulen besuchen, die nicht überwiegend vom Staat finanziert werden.
Voraussetzung sei in jedem Fall, dass Lebensunterhalt und Krankenversicherung für die Dauer des Schulbesuchs gesichert seien.

Der Landkreis Peine kann dem Ministerium zufolge die Sperre zur Wiedereinreise verkürzen, die bei jeder Abschiebung ausgesprochen wird.
Voraussetzung sei, dass die Kosten der Abschiebung erstattet würden, die sich bei dem Mädchen auf rund 2.000 Euro belaufen. Für die übrigen Kosten auf fünf Jahre lägen dem Landkreis die nötigen Bürgschaften vor, sagte Christiane Rumpeltes vom Unterstützerkreis dem epd. Leider könne man auf diesem Weg nicht der ganzen Familie helfen, bedauerte die stellvertretende Schulelternratsvorsitzende des Ratsgymnasiums.

Gegen die Pastoren der evangelischen Kirchengemeinde St. Jacobi war wegen Verstoßes gegen das Ausländergesetz ermittelt worden, weil sie die Familie unmittelbar vor der Abschiebung aufgenommen hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen wegen geringen Verschuldens Ende Januar eingestellt. Zu der fünfköpfigen Familie gehört auch ein behinderter Sohn. (epd Niedersachsen-Bremen/b0708/02.03.05)