Auf einen Blick (28.2.)

Nachricht 28. Februar 2005

Das aktuelle Stichwort: Weltgebetstag der Frauen
Bremen/Elbe-Weser (epd). Zum traditionellen "Weltgebetstag der Frauen" laden für den 4. März Christinnen aller Konfessionen in rund 170 Ländern ein. Unter dem Motto "Lasst uns Licht sein" formulierten in diesem Jahr Frauen aus Polen die Gebete und wählten die Lieder aus. Zu den Gottesdiensten erwartet das Deutsche Weltgebetstags-Komitee (www.weltgebetstag.de) bundesweit etwa 1,2 Millionen Besucherinnen. Der alljährlich am ersten Freitag im März begangene Weltgebetstag gilt als die größte ökumenische Laienbewegung weltweit.

Gemeinsame Gebete sollen Grenzen überwinden helfen und das Verständnis untereinander fördern. Mit den Kollekten des Weltgebetstags werden Frauenprojekte in Entwicklungsländern gefördert. Die Idee des Weltgebetstages stammt aus der USA. Dort versammelten sich 1887 Christinnen zu einem ersten Gebetstag. 1946 riefen US-Amerikanerinnen anlässlich des Weltgebetstages in Berlin deutsche Frauen zur Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Seit 1949 wird dieser Tag auch in ganz Deutschland gefeiert. (epd Niedersachsen-Bremen/b0653/24.02.05)
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Kirchenkreise planen Wiedereintrittsstelle für Urlauber

Aurich (epd). Die evangelischen Kirchenkreise an der ostfriesischen Küste planen für die Urlaubszeit eine mobile Wiedereintrittsstelle.
Die entspannte Situation in den Ferien erleichtere vielen Menschen den Schritt zurück in die christliche Gemeinschaft, sagte Urlauberpastor Hartmut Schneider (Aurich) am Freitag dem epd. Die Eintrittsstelle könnte zu besonderen Veranstaltungen an verschiedenen Orten aufgebaut werden.

"Mit der Wiedereintrittsstelle wollen wir uns als einladende Kirche präsentieren", betonte Schneider. Im Urlaub hätten die Menschen mehr Zeit und Muße, mit einem Mitarbeiter von "Kirche Unterwegs" über Glaubensfragen zu sprechen. Ein bundesweites Kirchengesetz ermöglicht es, dass auch Menschen, die beispielsweise in München ausgetreten sind, auf Borkum wieder in die Kirche eintreten können.

Häufig führe Ärger mit der Ortskirchengemeinde oder dem Pastor zu einem Austritt, so Schneider. Nachher sei es dann menschlich schwierig, bei diesem Pastor um eine Wiederaufnahme zu bitten. Das gehe im Urlaub wesentlich leichter. Nach dem Wiedereintritt gehöre man der Kirchengemeinde am Wohnort an. (epd
Niedersachsen-Bremen/b0669/25.02.05)
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Medienexperte: Kinder vor Gewaltspielen am PC schützen

Aurich (epd). Kinder und Jugendliche müssen nach Ansicht des Medienexperten Matthias Kleimann (Hannover) besser vor Gewalt-Videos und –Spielen geschützt werden. "Die Gesellschaft muss durch Verbote Zeichen setzen", sagte der Wissenschaftler des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Solche Einschränkungen könnten den Eltern zeigen, dass die Spiele den Kindern schaden können, sagte er am Donnerstag in Aurich vor rund 500 Schülern bei der kirchlichen Talkshow "Tacheles vor Ort".

Alle Studien zeigten, dass die Spieler nach einigen Stunden am Computer keinesfalls entspannter seien als vorher. Gewalt-Spiele und –Videos hätten vor allem auf die Jugendlichen einen negativen Einfluss, die ohnehin schon sozial isoliert seien. Bei Vielspielern könne ein "Verstärker-Effekt" eintreten. Sie hätten größere Probleme, zwischen der virtuellen Welt im Spiel und der Realität zu unterscheiden.

Der Berliner Horror-Filmemacher Jörg Buttgereit lehnte ein Verbot von Gewaltfilmen ab. Er habe bereits im Alter von vier Jahren Gruselfilme wie "Dracula" gesehen. Für ihn seien Horrorfilme ein Spiegel der Gesellschaft. Sie stellten auch die Motivation und Psyche beispielsweise von Serienkillern dar. Letztlich müsse jeder selbst entscheiden, ob er sich solche Filme ansehen wolle. Ein Verbot sei schon deshalb sinnlos, weil es die Jugendlichen erst recht neugierig machte.

Der hannoversche Hip-Hop-Musiker Christoph Dehling verteidigte die oft rohe und gewalt-verherrlichende Sprache in den Liedern. Als Teil der Jugendkultur seien sie immer auch Rebellion gegen gesellschaftliche Konventionen. Er sei schon aus Gründen der künstlerischen Freiheit gegen ein Verbot bestimmter Lieder.
Entscheidend sei, wie diese beispielsweise in Jugendgruppen aufgefangen würden. Er selbst arbeite in seiner Freizeit beim Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) mit.

Die Debatte war Teil der Veranstaltungsreihe "Tacheles - Talk vor Ort", mit der die hannoversche Landeskirche Jugendliche auf den Kirchentag Ende Mai in Hannover aufmerksam machen will. Zum Kirchentag vom 25. bis 29. Mai in Hannover werden rund 100.000 Dauerteilnehmer erwartet. (epd Niedersachsen-Bremen/b0650/24.02.05)

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Vertrag mit Evangelischen Kirche AB in Rumänien unterzeichnet

Am 25. Februar 2005 unterzeichneten in Hannover der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und Bischof Christoph Klein aus Rumänien einen Partnerschaftsvertrag zwischen der EKD und der Evangelischen Kirche AB in Rumänien. Der Vertrag sei ein äußeres Signal für eine positive Entwicklung, wurde während der Unterzeichnung unterstrichen. Der neu abgeschlossene Vertrag sei nun ein äußeres Zeichen einer gleichberechtigten Partnerschaft. Beispielsweise wurden "Begegnungen und Konsultationen auf der Ebene der Kirchenleitungen sowie gemeinsame Tagungen von Fachleuten" oder die "Förderung des gegenseitigen Austausches von Geistlichen, Mitarbeitenden, Studierenden" verabredet.

Die Evangelische Kirche AB in Rumänien hat durch die Entwicklungen der letzten Jahre einen einschneidenden Veränderungsprozess aufgezwungen bekommen. Die deutschen Gemeindeglieder sind vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten in großer Zahl nach Deutschland abgewandert. Die Kirche wurde kleiner. Manche der berühmten Kirchenburgen verwaisten. Inzwischen hat sich die Evangelische Kirche AB in Rumänien konsolidiert. Mit umfangreicher westlicher kirchlicher und diakonischer Hilfe hat sie einen massiven Umstrukturierungsprozess durchlaufen hin zu einer ökumenisch offenen Diasporakirche. Die Zeit der Patenschaft durch den Westen ist beendet.

Pressestelle der EKD
Christof Vetter