Land will islamischen Religionsunterricht ausbauen

Nachricht 25. Februar 2005

Hannover (epd). Der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hat das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum islamischen Religionsunterricht nachvollziehbar genannt. Er sagte am Donnerstag in Hannover, an den Status einer Religionsgemeinschaft seien strenge Anforderungen zu knüpfen. Dazu gehörten "geklärte Glaubensinhalte und eine greifbare Organisationsstruktur" sowie die Treue zum Grundgesetz.

Dem Gericht lag eine Klage des Zentralrats der Muslime und des Islamrats vor, die in Nordrhein-Westfalen die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache und als ordentliches Lehrfach verlangt hatten. Nach der Entscheidung soll nun geprüft werden, ob die Dachverbände religiös geprägte Mitgliedsvereine seien, die wie die christlichen Kirchen diesen Anspruch stellen könnten. Bisher gibt es in Nordrhein-Westfalen einen staatlichen Islamkunde-Unterricht.

In Niedersachsen nehmen mehr als 300 Grundschüler an acht Standorten an einem Schulversuch teil, bei dem islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache erteilt wird. Im nächsten Schuljahr sollen laut Busemann weitere Standorte hinzukommen. Dieser Schulversuch war mangels eines einheitlichen islamischen Gegenübers an einem Runden Tisch mit Vertretern der verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen ausgearbeitet worden.

Damit stehen nach Angaben des Ministers in Niedersachsen 90 Prozent der Muslime hinter dem Unterricht, der wie der christlich-konfessionelle Unterricht erteilt und bewertet wird. Dem Rahmenlehrplan hätten alle Richtungen bis auf die Aleviten zugestimmt.
Doch auch deren Kinder könnten teilnehmen, wenn die Eltern sie anmelden. Die Aleviten sind nach eigenen Angaben eine liberale Konfession im Islam. (epd Niedersachsen-Bremen/b0655/24.02.05)
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