Landeskirche eröffnet ersten ökumenischen Pilgerweg

Nachricht 16. Februar 2005

Loccum/Hameln (epd). Die hannoversche Landeskirche will im Frühjahr Niedersachsens ersten ökumenischen Pilgerweg eröffnen. Er führt vom Kloster Loccum bei Nienburg über 300 Kilometer an Weser, Leine und Unstrut entlang zum Kloster Volkenroda in Thüringen, sagte Projektkoordinator Andreas Litzke am Mittwoch dem epd. Zahlreiche Kirchen und 39 Klöster säumen den spirituellen Wanderweg, unter ihnen zwölf Zisterzienser-Klöster und zwei orthodoxe Klöster.

"Die Pilger-Bewegung nimmt immer mehr zu", sagte Litzke. Wanderer benötigen für die Strecke nach seinen Angaben etwa 15 Tage bis drei Wochen. Sie könnten in Hotels, Gasthöfen und Jugendherbergen übernachten. Wegmarken mit dem Loccumer Zisterzienserkreuz sollen die Richtung weisen. Historische Orte wie das Stift Fischbeck bei Hameln, das Hamelner Münster, das Kloster Amelungsborn bei Holzminden oder das Kloster Bursfelde bei Göttingen laden unterwegs zur Andacht ein, so Litzke.

Der Pilgerweg solle ein Angebot sein, neue Wege evangelischer Spiritualität zu entdecken, hieß es. Anfang und Ziel des Weges stehen in einer besonderen Beziehung zueinander, weil das Kloster Loccum 1163 von Zisterzienser-Mönchen aus Volkenroda gegründet wurde. Loccum gilt heute als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen in Deutschland. In Volkenroda wurde 2001 der Christuspavillon der Kirchen von der Expo 2000 in Hannover neu aufgebaut.

Der Pilgerweg wird am 6. April um 12 Uhr im Hamelner Münster offiziell eröffnet. Ein Buch des hannoverschen Journalisten Jens Gundlach mit dem Titel "Zwischen Loccum und Volkenroda" soll im März im Lutherischen Verlagshaus Hannover erscheinen. Gundlach hat die Strecke durch Wesergebirge, Vogler, Solling und Eichsfeld erwandert und gibt auf
256 Seiten Tipps für die Pilgerfahrt. Pilgerwege sind bisher vor allem in Süd- und Westdeutschland verbreitet.(epd
Niedersachsen-Bremen/b0556/16.02.05)
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