Neue Diakonie-Holding in Hannover mit 4.500 Mitarbeitern

Nachricht 04. Februar 2005

Hannover (epd). Drei große diakonische Einrichtungen in Hannover werden sich in der zweiten Jahreshälfte zu der Holding "Diakonische Dienste Hannover" zusammenschließen. Die Kooperation von Annastift, Friederikenstift und Henriettenstiftung mit insgesamt 4.500 Mitarbeitenden sei bundesweit ein großer Schritt für die Diakonie, sagte der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes und designierte Vorsitzende des künftigen Aufsichtsrates, Eckhart von Vietinghoff, am Freitag vor Journalisten: "Ein Zusammengehen dreier so renommierter Häuser ist mir auf Bundesebene bisher nicht bekannt."

Vor dem Hintergrund des sich rasant verändernden Gesundheitsmarktes und der schwierigen Budgetlage wolle man die Kräfte bündeln. "Wir gründen die Holding aber nicht aus einer Not heraus", betonte von Vietinghoff. Zwar stünden die diakonischen Krankenhäuser vor den gleichen Anpasssungsproblemen an die neuen Vergütungsstrukturen wie andere Kliniken auch: "Aber wir reagieren rechtzeitig. Unser Ziel ist eine offensive und expansive Verbesserung der Qualität und des Angebots."

Die Selbstständigkeit der einzelnen Einrichtungen in ihrer Alltagsarbeit solle auf jeden Fall weiter bestehen. Die Stifte blieben als Rechtsträger erhalten, so von Vietinghoff. Das Konzept sehe eine verbindliche gemeinsame Unternehmensstrategie der neuen Holding vor.
Die künftige Geschäftsführung und der Aufsichtsrat seien für "große Entscheidungen" zuständig.

Geplant seien vier Geschäftsbereiche: die Akutkrankenhäuser mit Rehabilitation und Spezialpflege, die Alten- und Behindertenarbeit, die Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie die zentralen Dienste und das Controlling. Synergien seien zunächst in Hilfsbereichen wie Apotheken und Laboren möglich, die es nicht mehr mehrfach geben müsse. Dies gelte auch für die Aus- und Weiterbildung. Für eine bestimmte noch festzulegende Zeit wolle man auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten und auch das Tarifgefüge auf eine feste, verbindliche Grundlage stellen.

Das Annastift (1897 gegründet) mit 1.200 Mitarbeitern, 179 Bewohnern und 246 Schülern verfügt über ein orthopädisches Fachkrankenhaus und ein Rehazentrum für behinderte Menschen. Das seit 1840 bestehende Friederikenstift ist ein Akutkrankenhaus mit 1.600 Mitarbeitern, 520 gehören der Schwesternschaft an. Die 1860 gegründete Henriettenstiftung ist ebenfalls ein Akutkrankenhaus mit 1.700 Mitarbeitern, 240 Schwestern und verschiedenen Alten- und Pflegezentren. Beide Kliniken betreiben gemeinsam das Uhlhorn-Hospiz für todkranke Patienten. (epd Niedersachsen-Bremen/b0414/04.02.05)

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