Landesbischöfin begrüßt verlässlich geöffnete Kirchen

Nachricht 26. Januar 2005

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat begrüßt, dass immer mehr Kirchen tagsüber geöffnet sind. Von den 1.374 Kirchen der hannoverschen Landeskirche trügen inzwischen 200 das Signet für verlässlich geöffnete Kirchen. "Die Kirchen sind für die Menschen da und nicht für die Denkmalpflege", sagte Käßmann am Mittwoch bei einem Symposium in Neustadt am Rübenberge bei Hannover, zu dem unter anderen die Landeskirche und die Klosterkammer Hannover eingeladen hatten.

Käßmann betonte, der Wunsch nach offenen Kirchen sei durch die große Nachfrage der Menschen gekommen und nicht von der Universitäts-Theologie. Der Zugang zum christlichen Glauben erschließe sich auch über die "wunderbaren Gotteshäuser", sagte die Bischöfin: "Es sind Räume, wo Gottes Ehre wohnt, und Orte, die die Menschen liebhaben."
Käßmann hob besonders hervor, dass sich viele ehrenamtliche Mitarbeiter bei dem Projekt "Offene Kirchen" engagierten.

Sigrid Maier-Knapp-Herbst, Präsidentin der Klosterkammer, die 15 Damenstifte und Klöster in Niedersachsen betreut, sprach sich für eine Öffnung der Klosterkirchen aus. Während die Klöster eine Form von Stille pflegten, die sich nicht mit dem Kommen und Gehen von Besuchern vertrage, sollten die Klosterkirchen offen für alle sein. In den Klöstern selbst sollten Besuche "in begleiteter Stille" stattfinden.

Erfahrungen in der Lüneburger Heide hätten in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Befürchtungen unbegründet seien, die offenen Kirchen könnten Raub und Zerstörung schutzlos ausgeliefert sein, sagte Pastor Christian Cordes von der "Kirche im Tourismus". Auch Einheimische nutzten das Angebot. Die Kirche am Weg werde neu belebt: Menschen kehrten ein, um die Stille zu genießen und zu beten. Oft erwache dabei der Wunsch nach einer Ausbildung für eine kompetente, kirchenpädagogisch inspirierte Kirchenführung. (epd Niedersachsen-Bremen/b0298/26.01.05)
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