Diakonie in Wolfsburg und Kästorf rücken zusammen

Nachricht 25. Januar 2005

Wolfsburg (epd). Zwei große diakonische Einrichtungen in Niedersachsen haben eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Das in die roten Zahlen geratene Diakonische Werk Wolfsburg und die Diakonischen Heime in Gifhorn-Kästorf kündigten am Dienstag an, sie wollten unter anderem ihre Personalabteilung, ihr Gebäudemanagement und die Altenhilfe unter eine einheitliche Leitung stellen.

Der Kästorfer Vorstand Hans-Peter Hoppe sprach von einer Partnerschaft, die etwas Spektakuläres für die Diakonie sei. Der Betriebswirtschaftler Udo Brüning, der seit einem halben Jahr sowohl dem Vorstand in Gifhorn als auch in Wolfsburg angehört, sagte, der Trend auf dem Sozialmarkt gehe weg von den "Insellösungen" zu größeren Einheiten. Wichtig seien die Nähe zu den Hilfebedürftigen und ein gutes Management mit Top-EDV im Hintergrund.

Das Diakonische Werk Wolfsburg hat etwa 1.200 Beschäftigte, die Diakonischen Heime Kästorf rund 1.100. Es gehe darum, Kompetenzen und Abläufe wechselseitig zu nutzen, sagte Dirk Hölterhoff, der gemeinsam mit Brüning die Diakonie in Wolfsburg leitet. Die Vorstände versprechen sich insbesondere beim Einkauf, in der Materialbeschaffung und in der gemeinsamen EDV-Nutzung Vorteile. Die Altenhilfe soll koordiniert erfolgen. Es werde "sehr enge Absprachen" geben hieß es, jedoch keine Fusion.

Zahlen über zu erwartende Einsparungen wollten die Vorstandsmitglieder nicht nennen. Brüning deutete an, dass zunächst sogar Investitionen erforderlich seien. Hoppe unterstrich, dass die Diakonischen Heime Kästorf sich nicht als "Sanierungsfirma" verstünden, sondern als Partner.

Das Diakonische Werk Wolfsburg hatte unter seinem alten Vorstand über mehrere Jahre rote Zahlen geschrieben und einen Verlust von fünf Millionen Euro angehäuft. Ende vorigen Jahres hatten sich Mitarbeiter und Vorstand über Gehaltskürzungen sowie über einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2006 verständigt. (epd Niedersachsen-Bremen/b0282/25.01.05)