Tacheles: Die deutsche Bundeswehr im Umbruch?

Nachricht 24. Januar 2005

Tacheles – Talk am roten Tisch: die Talkshow aus der Kirche mit Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, dem Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Bundestages Reinhold Robbe, dem verteidigungspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Christian Schmidt, Hauptmann des Deutschen Bundeswehrverbandes Katja Roeder, dem Publizisten und Politsatiriker Thomas Ebermann und anderen prominenten Gästen, am Dienstag, 8. Februar, 19.00 Uhr, Marktkirche Hannover.

50 Jahre nach ihrer Gründung steht die Bundeswehr vor einer ihrer bislang größten Herausforderungen. Der Kalte Krieg ist längst Geschichte, die alten Feindbilder im Osten haben ausgedient. Immer lauter werden Forderungen, die Wehrpflicht in der heutigen Form in den Ruhestand zu befördern. Aber auch ohne Abschaffung der Wehrpflicht muss die Bundeswehr die größte Umstrukturierung ihrer Geschichte verkraften. Der Etat wird zusammengestrichen, viele Standorte werden geschlossen. Und es häufen sich Foltervorwürfe gegen Ausbilder, die den „Staatsbürgern in Uniform“ alles andere als gut zu Gesicht stehen. Wie geht es weiter mit der Bundeswehr?

„Die Wehrpflicht muss abgeschafft werden“, fordert die Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann. Wenn nur noch 15 Prozent eines Jahrganges einberufen würden, sei die Wehrgerechtigkeit nicht mehr gewährleistet.

„Die Wehrpflicht muss beibehalten werden“, kontert SPD-Verteidigungsexperte Reinhold Robbe. Sie stelle sicher, dass der Bundeswehr ein breites Spektrum von Qualifikationen erhalten bleibe.

„Die Wehrpflicht ist ein wichtiger Bestandteil für die Streitkräfte und für die Gesellschaft“, sagt Hauptmann Katja Roeder. Sie ist die erste Frau, die in der Geschichte des Bundeswehrverbandes einen Posten im Bundesvorstand bekleidet. 2002 war sie für drei Monate in Sarajewo und organisierte den Einsatz ihrer Kompanie im Rahmen der SFOR.

„Die Bundeswehr ist das wichtigste Element der Landesverteidigung“, sagt CDU/CSU-Verteidigungsexperte Christian Schmidt. Der Bundesregierung wirft er vor: „Eine Sicherheitspolitik, die sich an der Kassenlage orientiert, ist falsch und gefährlich.“

„Wer Tucholskys Meinung zu Armee und Soldaten teilt, ist nicht interessiert an der Alternative Wehrpflicht oder Freiwilligenarmee“, meint der Publizist und Polit-Satiriker Thomas Ebermann.

Es moderieren Hanna Legatis (NDR) und Pastor Jan Dieckmann (Ev. Fernsehkirche).

TV-Hinweis: Die Debatte wird übertragen auf Phoenix, dem Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, am Mittwoch, 9. Februar, um 16.30 Uhr, am Samstag, 12. Februar um 22.15 Uhr und am Sonntag, 13. Februar, um 17.00 Uhr.

Hörfunk: NDR Info, das Informationsprogramm des Norddeutschen Rundfunks, strahlt eine Zusammenfassung der Debatte am Mittwoch, 9. Februar, um 19.37 Uhr aus.

Internet: Hintergrundinformationen zur Sendung sind im Internet zu lesen unter www.tacheles.net, dort wird auch bereits im Vorfeld der Sendung diskutiert.

Redaktion Tacheles
ekn-TV, Tel. (0 511) 36 06 99 42, Knochenhauerstraße 38 - 40, 30159 Hannover,
eMail redaktion@tacheles.net