Neuer Militärgeneraldekan in sein Amt eingeführt

Nachricht 18. Januar 2005

Lüneburg/Hannover (epd). Der neue evangelische Militärgeneraldekan Peter Brandt aus Hannover ist am Montag mit einem Gottesdienst in Lüneburg in sein Amt eingeführt worden. Christliche Werte könnten auch einer Gesellschaft, die durch Individualismus und Wertepluralismus geprägt sei, Orientierung und Halt bieten, sagte Brandt in seiner Predigt. Zur Debatte um die Wehrpflicht sagte Militärbischof Peter Krug, auch in einer Berufs- oder Freiwilligenarmee bleibe der Auftrag der Militärseelsorge bestehen. Brandt löst Erhard Knauer ab, der nach zehn Jahren an der Spitze des Kirchenamtes in den Ruhestand geht.

Peter Brandt ist der siebte evangelische Militärgeneraldekan seit Gründung der Bundeswehr. Zusammen mit Militärbischof Krug ist er für die evangelische Seelsorge in der Bundeswehr zuständig. Der 56-jährige promovierte Theologe, der bisher als leitender Militärdekan in Hannover tätig war, leitet künftig das Evangelische Kirchenamt für die Bundeswehr in Bonn und ist Dienstvorgesetzer der derzeit 114 evangelischen Standortpfarrer.

Krug ging auf die aktuelle Diskussion über eine mögliche Abschaffung der Wehrpflicht bei SPD und Grünen ein und erklärte, die Grundlagen der Militärseelsorge würden dadurch nicht berührt. Am Auftrag der Militärpfarrer, sich der Soldaten anzunehmen, die in der Bundeswehr Dienst tun, werde sich nichts ändern, so der Oldenburger Landesbischof, der das Amt des Militärbischofs seit 2003 nebenamtlich ausübt.

Auch wenn die Bundeswehr zu einer Berufsarmee umgebaut würde, sollten die evangelischen Pfarrer weiterhin befristet in der Militärseelsorge tätig sein und später wieder andere Aufgaben in der Kirche übernehmen, sagte Brandt. Derzeit betreuen 114 Standortpfarrer die evangelischen Wehrpflichtigen und Berufssoldaten in der Bundeswehr. Ihre Zahl soll in den kommenden Jahren auf 104 sinken. Fünf evangelische Seelsorger begleiten derzeit die Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinsätzen, so in Kabul oder im Kosovo.

Im indonesischen Banda Aceh, wo ein Feldlazarett der Bundeswehr nach der Flutkatastrophe die Arbeit aufgenommen hat, und auf dem Versorgungsschiff "Berlin" der Bundesmarine werden laut Brandt voraussichtlich ab März zwei evangelische Militärgeistliche ihre Tätigkeit aufnehmen. Sie werden dann die katholischen Geistlichen ablösen, die derzeit dort zur Betreuung der Sanitätssoldaten eingesetzt sind.

Die 50. Gesamtkonferenz evangelischer Militärgeistlicher tagt bis Freitag in Lüneburg. An diesem Dienstag will der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, vor den Teilnehmern über das "protestantische Profil der Seelsorge in der Bundeswehr"
sprechen. (epd Niedersachsen-Bremen/b0182/17.01.05)
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