Immer mehr Menschen rufen Telefonseelsorge an

Nachricht 17. Januar 2005

Munster/Kr. Soltau-Fallingbostel (epd). Die Telefonseelsorge im Nordosten Niedersachsens verzeichnet steigende Anruferzahlen. Mehr als 15.000 Menschen hätten sich im vergangenen Jahr an die Einrichtung in Munster bei Soltau gewandt, sagte ihr Leiter Pastor Burkhart Mecking am Montag. Das sind rund 500 mehr als 2003.

Die Verbreitung von Mobiltelefonen ist nach Ansicht Meckings ein Grund für die seit Jahren steigenden Anruferzahlen. "Telefonieren ist selbstverständlicher geworden, man tut es an jeder Ecke", sagte er.
Die Seelsorge-Stelle ist im Festnetz für die Region zwischen Lüneburg, Celle und Rotenburg/Wümme zuständig. Handy-Anrufe werden seit fünf Jahren stundenweise an eine der bundesweit 105 Telefonseelsorge-Stellen weitergeleitet.

Probleme in Familie und Beziehung sowie die Einsamkeit vor allem älterer Menschen sind nach Angaben von Geschäftsführerin Ursula Reschke aus Munster die häufigsten Gründe für die Anrufe. Oft spielten auch psychische Erkrankungen eine Rolle. Auch die Flutkatastrophe in Asien habe zu Anrufen geführt: "Es melden sich Menschen, die sonst mit niemandem darüber sprechen können, dass so etwas eigene Ängste auslöst." Laut Reschke suchen immer mehr jüngere Menschen per Telefon nach Orientierung in Krisen.

Kinder und Jugendliche könnten aber auch mit Scherzanrufen nerven.
Die 65 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Munster achteten jedoch auf feine Untertöne. Hinter manchem vermeintlichem Klingelstreich verberge sich der Wunsch nach einem Gespräch. Die Telefonseelsorge ist kostenlos unter der Rufnummer (0800) 111 0 111 zu erreichen. (epd Niedersachsen-Bremen/b0169/17.01.05)