Spitzenpolitiker wirken beim Kirchentag 2005 mit

Nachricht 11. Januar 2005

Hannover (epd). Zahlreiche Spitzenpolitiker werden beim Evangelischen Kirchentag im Mai 2005 in Hannover mitwirken. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wird sich voraussichtlich an einer Gesprächsrunde zum Thema Globalisierung beteiligen, Bundespräsident Horst Köhler (CDU) an einer Runde zum Thema Protestantismus, sagte Kirchentagspräsident Professor Eckhard Nagel.

CDU-Chefin Angela Merkel wird eine Bibelarbeit halten, ebenso Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und der Bremer Bürgermeister Henning Scherf (SPD). Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) wird die Predigt in einem der drei Eröffnungsgottesdienste halten. Zu dem Protestantentreffen vom 25. bis 29. Mai unter dem Motto "Wenn dein Kind dich morgen fragt..." werden in der niedersächsischen Landeshauptstadt rund 100.000 Dauerteilnehmer erwartet.

Kirchentagspräsident Nagel, Mediziner in Augsburg und Bayreuth, nannte als einen der Schwerpunkte des Treffens die Globalisierung. Die Flutkatastrophe in Südasien habe gezeigt, dass die Menschen in einer globalisierten Welt lebten: "Wir atmen eine Luft, wir trinken dasselbe Wasser, wir wärmen uns an einer Sonne." Dies müsse beim Kirchentag nachhaltig deutlich werden, "weit über das hinaus, was jetzt an Nothilfe zu leisten ist".

Ein weiteres zentrales Thema sei das Zusammenleben der Religionen weltweit. Es sei zu fragen, wie die Religionen dazu beitragen könnten, dass die Welt sicherer und gerechter wird. Auch die Gerechtigkeit zwischen den Generationen, das Teilen und Verteilen von Arbeit, die soziale Sicherheit und die Zukunft des Gesundheitssystems werden den Kirchentag laut Nagel beschäftigen.

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann kündigte ein Forum für die ausländischen Referenten des Kirchentages zwei Tage vor dem Großereignis an. Im Kloster Loccum sollen die Herausforderungen der Globalisierung bedacht und das kirchliche Engagement vernetzt werden.
Das Thema der Gerechtigkeit zwischen den Ländern des Nordens und des Südens müsse zentral auf die Tagesordnung: "Jedes Jahr sterben zehn Millionen Menschen an Unterernährung", gab Käßmann zu bedenken.

Neu beim Kirchentag sind 2005 so genannte Themenhallen, sagte Generalsekretärin Friederike von Kirchbach. Neben einer Halle zur Globalisierung kündigte sie Hallen zu den Themen Kunst-Bildung-Wissenschaft und Spiritualität an. "Liturgische Tage" wenden sich den Grundfragen des Glaubens zu. Spezielle Zentren sind dem Gespräch zwischen Christen und Juden sowie der Begegnung mit dem Islam gewidmet. Als Hauptreferenten zum Thema "Glauben vermitteln" nannte von Kirchbach den Fernsehpastor Jürgen Fliege.

Beim "Markt der Möglichkeiten" stellen sich diesmal 769 Gruppen vor, erläuterte Organisationsleiter Tilman Henke. 260 Gruppen sorgen für Musik, Theater und Kleinkunst. Musikalisch wird der Kirchentag von 4.500 Bläsern und 3.200 Sängern mitgestaltet. In der Innenstadt Hannovers sind mehrere Open-Air-Konzerte geplant. Etwa 65 Kirchen sind für Veranstaltungen geöffnet. Anmeldeschluss für teilnehmende Gruppen ist der 31. März. (Internet: www.kirchentag.de) (epd
Niedersachsen-Bremen/b0066/07.01.05)
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