Hannover: Notfallseelsorge leistet Hilfe an Flughäfen

Nachricht 30. Dezember 2004

Hannover (epd). Die Notfallseelsorge in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers richtet sich darauf ein, Rückkehrern aus den Katastrophengebieten in Südostasien und Angehörigen von Opfern Hilfe zu leisten. Der Beauftragte für Notfallseelsorge, Pastor Frank Waterstraat, sagte am Mittwoch, er stehe in Kontakt mit den zuständigen Dienststellen und werde benachrichtigt, wenn Menschen zum Beispiel auf den Flughäfen Hannover oder Osnabrück ankämen.

Vor Ort seien Seelsorger erreichbar, wenn Angehörige betreut oder Todesnachrichten überbracht werden müssten, erläuterte Waterstraat.
Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und den Flughäfen werde entschieden, wie geholfen werden könne. Nach Erfahrungen des Pastors reagieren Menschen unterschiedlich auf lebensbedrohende Erlebnisse.
"Manche suchen Sicherheit und Orientierung, andere wollen reden und weinen, wieder andere ziehen sich zurück." Wichtig sei es, auf diese Bedürfnisse zu achten.

Die Notfallseelsorge vermittle auch Kontakte zu Pastoren und Psychologen, die nachsorgende Unterstützung bieten, sagte Waterstraat.
"Viele Menschen verarbeiten solche Erfahrungen im Familien- und Freundeskreis, aber nicht alle." Rückkehrer aus den Unglücksorten bräuchten Verständnis dafür, dass sie etwas erlebt hätten, was andere kaum nachvollziehen könnten. Wer bleibende emotionale oder körperliche Veränderungen an sich wahrnehme, sollte sich Hilfe suchen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3806/29.12.04)
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