Neues Buch will Plattdeutsch in Gottesdienste bringen

Nachricht 14. Dezember 2004

Hannover (epd). Nach fünf Jahren Übersetzungsarbeit haben Pastoren und Ehrenamtliche aus Niedersachsen und Bremen das erste vollständige Gottesdienstbuch auf Plattdeutsch vorgelegt. Auch hochdeutsche Prediger könnten durch die plattdeutsche Sprache einen Bibeltext besser verstehen lernen, sagte die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann am Dienstag in Hannover. Durch plattdeutsche Gottesdienste könne die Kirche nahe bei den Menschen sein.

Das "Plattdüütsch Lektionar" enthält sechs Jahrgänge mit Texten aus dem Alten und Neuen Testament, die sonntags im Gottesdienst gelesen und gepredigt werden. Auch Texte für besondere Gedenk- und Feiertage sowie Wochensprüche sind enthalten. "Plattdeutsch ist eine sehr konkrete Sprache, die sich nicht in Begriffe flüchten kann", sagte Pastorin Anita Christians-Albrecht als Herausgeberin. So heiße "Gott widersteht den Hochmütigen" auf Platt "Gott hollt nix van Grootschnuuten."

An den neuen Übersetzungen der Texte haben 75 Frauen und Männer aus unterschiedlichen plattdeutschen Sprachgebieten mitgearbeitet. Zudem wurden Texte aus einem Lektionar von 1981 übernommen. Der Band mache die Vielzahl plattdeutscher Dialekte deutlich, hieß es. So unterschieden sich Ostfriesisches und Mecklenburger Platt in Klang und Schreibweise. Es bleibe Aufgabe jedes Predigers und Lektors, den Text in der Mundart seiner Region zum Klingen zu bringen. Dennoch habe sich die Redaktion um Einheitlichkeit bemüht.

"In vielen Gemeinden Niedersachsens wird bis zu dreimal im Jahr auf Plattdeutsch gepredigt", sagte Christians-Albrecht. Immer mehr Menschen interessierten sich für plattdeutsche Gottesdienste. Besonders verbreitet seien sie in Ostfriesland, im Bremer Umland und in der Lüneburger Heide. (Internet: www.plattduetsch-in-de-kark.de). (epd Niedersachsen-Bremen/b3684/14.12.04)

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