"Eine-Welt-Kirche" hat sich zur Pilgerstätte entwickelt

Nachricht 14. Dezember 2004

Schneverdingen/Kr. Soltau-Fallingbostel (epd). Die evangelische "Eine-Welt-Kirche" in Schneverdingen östlich von Bremen hat sich zu einer Pilgerstätte entwickelt. "Wir sind dankbar, dass die Kirche über die Grenzen der Region hinaus gut angenommen wird", sagte am Dienstag Gemeindepastor Frank Hasselberg. Deutschlands einziger in der umweltschonenden Brettstapeltechnik gebauter Sakralbau werde jährlich von 20.000 Touristen besucht und bestehe am kommenden Wochenende fünf Jahre.

Der fünfte Jahrestag der festlichen Einweihung kurz vor Weihnachten 1999 soll laut Hasselberg mit einem Gottesdienst gefeiert werden, der am 4. Advent um 11 Uhr beginnt. Die Predigt hält der Stader Landessuperintendent Manfred Horch. Die Eine-Welt-Kirche wurde als Expo-Projekt für die Weltausstellung in Hannover errichtet. Als Baumaterial diente minderwertiges Holz, das bei der Waldpflege anfällt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Niedersächsische Umweltstiftung haben das knapp 1,7 Millionen Euro teure Modellprojekt (www.eine-welt-kirche.de) gefördert. Es nimmt architektonisch mit Kreis, Quadrat und Kreuz die wichtigsten religiösen Symbole auf.

Herzstück der Kirche ist der "Eine-Erde-Altar" der Hamburger Künstlerin Marianne Greve für 7.000 Acrylbücher mit gespendeten Erdproben aus aller Welt. Die bisher rund 4.000 Erdbücher in den drei Flügeln des Altars stehen laut Greve symbolisch für die Gemeinschaft der Weltbevölkerung.

Unter den Proben ist Gestein aus der Sandsteinfassade des Berliner Reichstages und rund 500 Millionen Jahre alter schneeweißer Marmor aus der Antarktis. Auch der Dalai Lama hat sich mit einer Probe beteiligt. "Jeder kann Erde mitbringen", ermutigt Hasselberg zur Spende. (epd Niedersachsen-Bremen/b3685/14.12.04)

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