Landeskirchliche Tschernobyl-Ferienaktion macht weiter

Nachricht 13. Dezember 2004

Buxtehude/Kr. Stade (epd). Die Arbeitsgemeinschaft "Hilfe für Tschernobyl-Kinder" hält trotz der Drohungen des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko an ihren Planungen für das kommende Jahr fest. "Jetzt erst recht", sagte Vorstandsmitglied Hans-Otto Gade am Montag dem epd. Der evangelische Pastor aus Buxtehude bei Hamburg gehört zu den Mitinitiatoren einer landeskirchlichen Ferienerholung für jährlich etwa 1.000 Kinder, die unter den Spätfolgen der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl leiden.

Lukaschenko hatte angedroht, Minderjährige nicht mehr ausreisen zu lassen, weil sie im Westen mit den schädlichen Werten der Konsumgesellschaft konfrontiert würden. Nach einer Krisensitzung der Arbeitsgemeinschaft sagte Gade, Informationen aus Minsk und Gomel wiesen darauf hin, dass "nichts so heiß gegessen wir wie es gekocht wurde". Die hohe Zahl der Feriengäste erzeuge einen Druck auf Lukaschenko, der durch weitere etwa 130 einladende Organisationen in Deutschland, Italien, England und vielen anderen westlichen Ländern noch verstärkt werde.

"Unsere weißrussischen Partner und wir können uns nicht vorstellen, dass Lukaschenko sein angekündigtes Verbot der Kindereinladungen gegen diesen Druck aufrecht erhalten wird", sagte Gade. Zudem arbeite die Initiative der hannoverschen Landeskirche mit einer halbstaatlichen Gewerkschafts-Organisation zusammen. Das komme Lukaschenkos Forderung nach verschärfter Kontrolle entgegen. Gade bittet Gasteltern, die im August oder September kommenden Jahres ein oder zwei Tschernobyl-Kinder aufnehmen wollen, sich bei ihm zu melden (Telefon 04161/63131).

Gar nicht betroffen von den angedrohten Einschränkungen wären laut Gade medizinische Hilfen. Zur Zeit seien größere Medikamentenlieferungen für zwei Krankenhäuser in Gomel und eine Klinik in Rogatschew geplant.
Gerade sammele die Arbeitsgemeinschaft Geld für ein Gastroskop, das zur Untersuchung der vielen Kinder im Bezirk Gomel benötigt werde, die aufgrund der Strahlenbelastung magenkrank seien. Spenden können unter dem Stichwort "Gastroskop" auf das Konto 56241452 bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude (Bankleitzahl 20750000) überwiesen werden. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3670/13.12.04)

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