"Pro Diako"-Häuser haben Freibetten für Kinder in Not

Nachricht 13. Dezember 2004

Holzminden/Rotenburg (epd). Krankenhäuser der evangelischen "Pro Diako"-Gruppe haben Freibetten für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten eingerichtet. Diese kostenlosen Behandlungsplätze sollen eine schnelle und unbürokratische Versorgung verletzter oder kranker Jungen und Mädchen ermöglichen, berichtet die Zeitung "Pro Diako"-Zeitung "Dialog" in ihrer aktuellen Ausgabe.

Kinder leiden "Pro Diako" zufolge am meisten unter den Folgen von Krieg, Terror und Not. Sie werden beim Spielen durch Minen verletzt oder erkranken durch Mangelernährung und unzureichende Hygiene. Eine medizinische Versorgung in Deutschland sei oft "die letzte Chance" auf Heilung. "In den letzten Jahren konnten schon zahlreiche Kinder aus den Pro Diako-Häusern gesund in ihre Heimat zurückkehren", heißt es in dem Bericht.

Im Evangelischen Krankenhaus Holzminden wird zurzeit ein zwölfjähriger Junge aus dem Jemen behandelt. Er hatte sich vor zwei Jahren bei einem Unfall den Arm gebrochen, nach der Operation entzündeten sich die Wunde und das Knochenmark.

Ein acht Jahre alter Junge aus Afghanistan liegt seit September im Diakonie-Krankenhaus in Rotenburg/Wümme. Er leidet unter einer chronischen Knochenentzündung, die in seiner Heimat nicht behandelt werden kann. Die Krankheit hat das Hüftgelenk stark angegriffen, die Therapie wird den Angaben zufolge noch mehrere Monate dauern.

"Pro Diako" arbeitet eng mit Hilfsorganisationen wie "Friedensdorf International" oder dem "Hammer Forum" zusammen. Sie stellen die Kontakte zu den Kindern her und finanzieren alle übrigen Kosten wie den Hin- und Rückflug.

Zur "Pro Diako"-Gruppe gehören 13 Krankenhäuser in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit zusammen etwa 3.500 Betten und einem Jahresumsatz von
371 Millionen Euro. Die evangelische Holding wurde vor fünf Jahren mit dem Ziel gegründet, die Marktposition der Mitglieder zu verbessern.
Hintergrund der Initiative waren der zunehmende Kostendruck im Gesundheitswesen und Konzentrationsprozesse bei Mitbewerbern.

Angesichts der anhaltend schwierigen Lage auf dem Krankenhausmarkt und knapper Budgets sind der Kinderhilfe nach Angaben von "Pro Diako"
Grenzen gesetzt. Um weiterhin Kinder umsonst behandeln zu können, ist die Organisation auf Spenden angewiesen. - "Pro Diako"-Spendenkonto: 100
601 934, Evangelische Kreditgenossenschaft, BLZ 250 607 01, Stichwort "Freibettfonds". (epd Niedersachsen-Bremen/b3663/13.12.04)

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