Auf einen Blick (8.12.)

Nachricht 08. Dezember 2004

Innere Mission wählt erstmals Frau in den Vorstand
Hannover (epd). Erstmals in seiner 139-jährigen Geschichte hat der Landesverein für Innere Mission in der hannoverschen Landeskirche eine Frau in den Vorstand gewählt. Die Mitgliederversammlung wählte die 39-jährige Sozialpädagogin und Geschäftsfrau Linda Voss-Knirsch aus Schwarme bei Bremen, teilte der Verein am Mittwoch mit. Der evangelische Landesverein wurde 1865 als soziale und volksmissionarische Bewegung gegründet. Aus ihm ging das Diakonische Werk als Dachverband für soziale Werke und Einrichtungen hervor.

Als weiteres Vorstandsmitglied wurde der 32-jährige Kaufmann Jan Brinkmann aus Soltau berufen. Zum Schatzmeister wurde Harald Imig ernannt, Filialleiter der Evangelischen Kreditgenossenschaft in Hannover. Bei der Versammlung berichtete Geschäftsführer Heino Masemann von einem neuen missionarischen Projekt im "Expo-Wal" in Hannover. Dort betreibt der Verein seit April ein christliches "Eventcenter". Zu besonderen Gottesdiensten jeweils am ersten Sonntag im Monat kämen etwa 500 Besucher.

Von Mai 2005 an solle es deshalb zwei "Wal-Sonntage" im Monat geben.
Zu wöchentlichen Gottesdiensten am Mittwochabend kämen etwa 80 Menschen. Der Expo-Wal wolle auch Veranstaltungen beim Kirchentag 2005 in Hannover anbieten. Neben der missionarischen Arbeit engagiert sich der Verein in der Familienerholung. Er unterhält Ferienstätten auf den Nordsee-Inseln Norderney, Langeoog und Spiekeroog, in denen vor allem kinderreiche und einkommensschwache Familien Urlaub machen können. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3628/08.12.04)

Flüchtlingsrat: Polizei beendet Kirchenasyl in Peine
Peine (epd). Erstmals seit vier Jahren hat die Polizei in Niedersachsen nach Darstellung des Niedersächsischen Flüchtlingsrats ein Kirchenasyl beendet. Beamte nahmen den Angaben zufolge in der Nacht zum Dienstag im Gemeindehaus der evangelischen St.-Jakobi-Gemeinde in Peine eine vietnamesische Familie fest. Die Eltern und ihr zehnjähriges autistisches Kind wurden nach Vietnam abgeschoben. Das Innenministerium in Hannover wies die Darstellung zurück: Es habe sich nicht um sakrale Räume und somit um kein Kirchenasyl gehandelt.

Wie der Flüchtlingsrat am Mittwoch mitteilte, hatte die Kirchengemeinde der Familie am Montag Zuflucht in ihren Räumen gewährt und am Abend die Polizei darüber informiert. Der Asylantrag der Familie war abgelehnt worden. Eine gerichtliche Entscheidung über die Zulassung der Berufung steht noch aus. Nachdem sich der Pastor geweigert habe, das Kirchenasyl zu beenden, seien gegen ein Uhr nachts 15 Beamte erschienen und hätten die unter Schock stehende Familie festgenommen. Gegen den Pastor sei Strafantrag gestellt worden.

Der Flüchtlingsrat erhebt schwere Vorwürfe gegen die Behörden: "Es erscheint uns unfassbar, dass eine seit 13 Jahren unter uns lebende Familie auf diese unmenschliche Weise gegen den Widerstand der Kirchen und trotz einer breiten Unterstützung durch viele Nachbarn und Freunde zur Ausreise gezwungen wird." Auf das behinderte Kind der Familie sei keine Rücksicht genommen worden. Der niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann (CDU) solle der Familie eine Rückkehr nach Deutschland ermöglichen.

Für das Innenministerium sagte Sprecher Frank Rasche, der Termin der Abschiebung sei mehrere Wochen zuvor schon bekannt gewesen. Die Familie habe ihre Koffer bereits gepackt gehabt. Bei der Festnahme sei keine Gewalt angewendet worden: "Die Familie ist freiwillig mitgekommen."
Rasche zeigte sich verwundert darüber, dass die Gemeinde erst so spät dazu entschieden habe, die Familie bei sich aufzunehmen.

Zum Vorwurf, es sei keine Rücksicht auf das behinderte Kind genommen worden, sagte Rasche, eine Ärztin habe das Kind auf dem Flug nach Vietnam begleitet. Die Behörden hätten sich dabei an die Vorgaben eines Gerichtsbeschlusses gehalten. Nach Angaben des Flüchtlingsrats war die Familie in Peine gut integriert. Die Eltern müssten nun einen Entwicklungsstillstand oder einen Rückschritt bei dem behinderten Kind befürchten. (epd Niedersachsen-Bremen/b3626/08.12.04)

Aurich: Holze-Stäblein putzt Schuhe für Kinderprojekte
Aurich (epd). Die lutherische Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein und drei Pastoren putzen an diesem Sonnabend in Aurich wieder Schuhe für Kinderprojekte in der ganzen Welt. Am Hirtenstall auf dem Weihnachtsmarkt wollen sie möglichst viele Schuhe gegen eine Spende blank polieren, sagte der reformierte Pastor Reinhard Uthoff am Mittwoch in Aurich dem epd.

Für dieses Jahr werde es die letzte Schuhputz-Aktion der ökumenischen Auricher Pastorenschaft sein, so Uthoff. Seit Jahren beteiligten sich lutherische, reformierte, katholische und freikirchliche Theologen an dem Projekt. Die Aktion gehe auf eine Anregung der Frauenarbeit im ostfriesischen Gustav-Adolf-Werk zurück. (epd Niedersachsen-Bremen/b3620/08.12.04)

Förderpreis für Dritte-Welt-Initiativen ausgeschrieben
Hildesheim (epd). Mit einem Förderpreis will der Kirchliche Entwicklungsdienst Dritte-Welt-Initiativen aus Niedersachsen auszeichnen. Dafür stehen Preisgelder von insgesamt 5.000 Euro bereit, teilte der Ausschuss für entwicklungsbezogene Bildung und Publizistik in den evangelischen Kirchen in Niedersachsen am Dienstag in Hildesheim mit. Als erster Preis winken 1.500 Euro.

Der "Eine-Welt-Preis 2005" geht an Einzelne oder Gruppen, die sich in den beiden vergangenen Jahren kreativ und vorbildlich in Fragen der Nord-Süd-Beziehung engagiert haben. Sie können bis zum 30. Mai 2005 vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben. Praxisbezogene und öffentlichkeitswirksame Aktionen werden bevorzugt. Der Preis wird zum vierten Mal verliehen. (Nähere Informationen unter Telefon 05121/93 74-0). (epd Niedersachsen-Bremen/b3610/07.12.04)