Auf einen Blick (3.11.)

Nachricht 03. November 2004

Kirche weitet Vermittlungen bei Castor-Transport aus

Dannenberg (epd). Die evangelische Kirche will ihre Präsenz beim Castor-Transport nach Gorleben in der kommenden Woche ausbauen. Mehr als 50 Seelsorger und Seelsorgerinnen wollten bei Konflikten zwischen Polizei und Demonstranten vermitteln, sagte der Dannenberger Superintendent Peter Kritzokat am Mittwoch. "Das sind so viele wie noch nie." Die Vermittler trügen eine weiße Weste mit der Aufschrift "Seelsorger", um jederzeit erkennbar zu sein.

Weitere Seelsorger aus der Region wollten speziell für Demonstranten da sein, sagte Lüchows Propst Hans-Jürgen Wolters. Zugleich begleiten nach Angaben des zuständigen Pastors der hannoverschen Landeskirche, Jobst-Heinrich Ubbelohde, etwa zehn evangelische und katholische Seelsorger die Polizisten aus Niedersachsen. Weitere reisten mit den Einsatzkräften anderer Bundesländer an. Sie seien zumeist auch im Alltag mit dem Dienst in Polizei, Zoll und Feuerwehr beauftragt.

Viele Kirchengemeinden an der Transport-Strecke wollen laut Kritzokat ihre Gemeindehäuser als Nachtquartier für Demonstranten öffnen. Während des Castor-Transportes und der Proteste gebe es an vielen Orten Andachten und Gottesdienste. Daran hätten in der Vergangenheit trotz der Konflikte Polizisten und Demonstranten teilgenommen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3218/03.11.04)

Straffälligenhilfe erbittet Weihnachtspost für Gefangene

Celle (epd). Die christliche Straffälligenhilfe "Schwarzes Kreuz" hat dazu aufgerufen, zu Weihnachten bundesweit Menschen in Gefängnissen zu beschenken. Jedes Jahr wendeten sich rund 600 Gefangene an das Schwarze Kreuz, weil sie sonst niemanden hätten, der ihnen Weihnachtspakete schicke, teilte die Hilfsorganisation am Dienstag in Celle mit. Seit mehr als 50 Jahren unterstützten Menschen die Aktion "Weihnachtsfreude im Gefängnis" (Internet: www.schwarzes-kreuz.de).

Das "Schwarze Kreuz" koordiniert den Versand der Weihnachtspakete und informiert darüber, was verpackt werden darf. Verschickt werden zumeist Lebensmittel, Tabak und Kaffee. "Ein Paket setzt Zeichen der Verbundenheit, über die Mauern der Gefängnisse hinweg", erklärte die Organisation. Das "Schwarze Kreuz" wurde 1925 gegründet. Heute engagieren sich mehr als 400 Ehrenamtliche in Arbeitskreisen des Vereins. (epd Niedersachsen-Bremen/b3212/02.11.04)

Kirchenkreis Diepholz will Vielfalt präsentieren

Diepholz (epd). Mehr als 40 Initiativen aus dem evangelischen Kirchenkreis Diepholz bei Bremen stellen sich bei einem "Kirchenkreisforum" am 6. und 7. November in Sulingen der Öffentlichkeit vor. Unter dem Motto "Ideen leben.2004" solle deutlich werden, über welche Vielfalt an Angeboten und Möglichkeiten der Kirchenkreis verfüge, schreibt der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenkreisvorstands, Horst Glockzin, in einer Einladung (Internet: www.ideenleben2004.de).

Unter anderem gestalten Pastoren und Mitarbeiter unter dem Thema "Jesus Day" einen Jugendgottesdienst. Die Frauenarbeit und die Männerarbeit präsentieren sich ebenso wie Musikgruppen, Seniorenkreise, diakonische Dienste wie die Suchthilfe oder die Schuldnerberatung, Angebote aus Bildung und Erziehung oder die Kirchenverwaltung. So soll der Austausch der 23 Kirchengemeinden rund um Diepholz gefördert werden, so Glockzin: "Die Mitarbeiter haben einen wertvollen Erfahrungsschatz, den man teilen kann."

Das Forum wird am 4. November um 20 Uhr in der Sulinger Kirche mit einem Vortrag des früheren Landesbischofs Horst Hirschler eröffnet. Zum Kirchenkreis gehören rund 55.000 Gemeindemitglieder und etwa 400 hauptamtliche Mitarbeiter. Die Gemeinden unterhalten zwölf Kindergärten und drei Sozialstationen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3208/02.11.04)

Lutheraner legen Publikation zu Medienfragen vor

Hannover (epd). Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat eine Publikation zu den Chancen der Kirche in der Medienwelt herausgebracht. Unter dem Titel "Kontrapunkt" geht es auf
102 Seiten unter anderem darum, welche Medien die Kirche für ihren Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums nutzen kann und wie sie das praktisch tun sollte, teilte die VELKD am Montag in Hannover mit
(Internet: www.velkd.de).

Unter anderem beschreibt der Greifswalder Theologie-Professor Roland Rosenstock den Versuch einer Neuordnung der kirchlichen Presselandschaft in Deutschland. Herausgeber des Bandes, der Vorträge eines Pastoralkollegs der VELKD zu Medienfragen dokumentiert, sind der Bonner Theologie-Professor Reinhard Schmidt-Rost und Oberkirchenrat Norbert Dennerlein aus Hannover. Zur VELKD gehören rund 10,4 Millionen lutherische Christen in acht Landeskirchen zwischen Bayern, Nordelbien und Sachsen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3186/01.11.04)

"Stader Predigten" ab sofort im Internet

Stade (epd). Auf dem Internet-Portal www.stader-predigten.de können sich Interessierte ab sofort Predigten aus Gemeinden der hannoverschen Landeskirche im Elbe-Weser-Raum ansehen. "Wir möchten damit Menschen erreichen, die nicht im Gottesdienst dabei sein konnten", sagte am Freitag der Stader Superintendent und Mitinitiator Rudolf Rengstorf.
Aber auch für Gottesdienstbesucher sei es reizvoll, eine Predigt zu Hause noch einmal in Ruhe zu lesen. Bisher beteiligen sich an dem Projekt evangelische Theologen aus Stade und Umgebung. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3165/29.10.04)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Delegation des Herero-Volkes besucht EKD-Synode
100 Jahre nach Kolonialkrieg ein Zeichen der Versöhnung

Einhundert Jahre nach der blutigen Niederschlagung des Herero-Aufstandes durch deutsche Kolonialtruppen im damaligen Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) besucht eine Herero-Delegation unter Leitung des Stammesführers Alphons Maharero auf Einladung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die 3. Tagung der 10. Synode der EKD, die vom 7. bis 12. November in Magdeburg stattfindet. Alphons Maharero ist ein Urenkel von Samuel Maharero, der 1904 den Widerstand gegen die deutsche Kolonialmacht angeführt hatte. Am Donnerstag, den 11. November, wird Maharero sich gegen 9.15 Uhr mit einem Grußwort an die Mitglieder der Synode wenden.
In der Schlacht am Waterberg am 11. August 1904 wurde der Aufstand der Herero im heutigen Namibia von den deutschen Kolonialtruppen niedergeschlagen. Im November 1904 befahl General Lothar von Trotha die Vernichtung des Volkes der Herero. Die historische Forschung bezeichnet diesen kolonialen Krieg heute mit großer Übereinstimmung als Völkermord. Etwa 70.000 Menschen waren bei dem Aufstand getötet worden.

Zur Unabhängigkeit Namibias im Jahre 1990 haben die Vereinigte Evangelische Mission (VEM) und die mit ihr verbundenen deutschen evangelischen Kirchen ihre historische Mitschuld an Kolonialismus, Rassismus und der Apartheid auf dem Gebiet des heutigen Namibias bekannt und die Menschen in Namibia um Vergebung gebeten. Die Kirchenleitung der deutschsprachigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia ELKIN (DELK), eine Partnerkirche der EKD, hat zusammen mit der Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia (ELCRN) ein Gesprächs- und Aktionsforum “Erinnern 1904” ins Leben gerufen. Mit verschiedenen Veranstaltungen wollen sie dazu beitragen, die Wunden der Vergangenheit zu heilen, Versöhnung und Einheit zu stärken und gegenwärtige Probleme und Herausforderungen Namibias zu identifizieren, die Folgen des Krieges von 1904 sind. Die EKD unterstützt diese Initiative. Für die deutsche Bundesregierung bat die Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul bei einer Gedenkfeier in Namibia im August dieses Jahres das Volk der Herero um Vergebung.

Pressestelle der EKD
Silke Fauzi