Landessuperintendentin kritisiert Aktivitäten in Osnabrück

Nachricht 02. November 2004

Osnabrück (epd). Die Osnabrücker evangelische Landessuperintendentin Doris Janssen-Reschke hat Aktivitäten der Stadt Osnabrück am vergangenen Sonntag, dem Reformationstag, kritisiert. "Da gibt es 52 Sonntage im Jahr, und ausgerechnet am Reformationstag müssen in dieser Stadt Bomben gesprengt und Geschäfte für den Konsum geöffnet werden", sagte die Theologin am Dienstag in Osnabrück. Ein Sprecher der Stadt sprach auf Anfrage von Sachzwängen und sagte, an dem Sonntag sei "manches unglücklich zusammengelaufen".

Janssen-Reschke bemängelte weiter, dass am Rathausplatz, dem Standort der evangelischen Hauptkirche, am Sonntag auch noch Flaggen des katholischen Kolpingwerks geweht hätten, das in der Stadt tagte. Sie fügte hinzu, dass die Protestanten das Kolpingwerk ansonsten herzlich willkommen hießen. Die Regionalbischöfin forderte von den Verantwortlichen mehr Rücksicht und einen sensibleren Umgang mit dem religiösen Empfinden der evangelischen Bürgerinnen und Bürger.

Für die Stadt sagte Sprecher Sven Jürgensen, Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip (SPD) lege großen Wert darauf, dass Katholiken und Protestanten in der Stadt gleich behandelt werden. Die beiden Konfessionen sind in Osnabrück etwa gleich stark vertreten. Die Fahnen des Kolpingwerks seien am Montag umgehend abgehängt worden. Die Stadt habe ihren Bediensteten nicht zumuten wollen, am Sonntag zu arbeiten.

Im Blick auf die Räumung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg fügte Jürgensen hinzu, dass in einem solchen Fall die Termine zahlreicher Beteiligter miteinander vereinbart werden müssten. Wegen des Berufsverkehrs kämen nur die Wochenenden in Frage. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3206/02.11.04)
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