Vizepräsident Schindehütte für Vielfalt bei Beerdigungen

Nachricht 28. Oktober 2004

Celle (epd). Vizepräsident Martin Schindehütte hat sich am Mittwoch für mehr Vielfalt bei kirchlichen Beerdigungsfeiern und Bestattungen ausgesprochen. Es müsse gelingen, bei einer Trauerfeier die christliche Botschaft mit Liedern, Texten oder Bildern aus der Lebenswelt von Verstorbenen und Angehörigen zu verbinden, sagte der theologische Leiter des Landeskirchenamtes Hannover am Mittwoch in Celle.

Auch Schlager und Popmusik könnten dann gespielt werden, erläuterte der geistliche Vizepräsident. "Von Grönemeyer gibt es eine Fülle von Liedern, die in Frage kämen." Schindehütte sprach bei der Jahresversammlung der Pastorinnen und Pastoren des Sprengels Lüneburg, einem von acht Bezirken der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, zum Thema Bestattungskultur. "Die Kirche hat ihr Monopol bei Bestattungen verloren", sagte der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen. Es sei nötig, in diesem Bereich auf die Menschen zuzugehen.

Die öffentliche Bestattung eines Menschen sei wichtig, betonte Schindehütte. "Trauernde brauchen es, dass andere sie unterstützen."
Statt Trauerfeiern in Friedhofskapellen zu halten, könne man auch die Ortskirchen für sie öffnen und anschließend gemeinsam zum Friedhof gehen. "Es könnte dann zum Beispiel einen Trauerzug durchs Dorf geben, wie es früher üblich war."

Gottesdienste zur Taufe, Konfirmation, Trauung oder Beerdigung seien zentrale Aufgaben der Kirche, sagte Vizepräsident Schindehütte . Auch andere Anlässe könnte man miteinander bedenken. "Ich kann mir auch Bittgottesdienste nach dem Verlust eines Arbeitsplatzes vorstellen."
(epd Niedersachsen-Bremen/b3127/27.10.04)

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