Auf einen Blick (27.10.)

Nachricht 27. Oktober 2004

"Hallo Luther" statt "Halloween"
Hameln (epd). Die evangelischen Kirchen rund um Hameln wollen dem "Halloween"-Fest am 31. Oktober eine Veranstaltungsreihe zum Thema "Hallo Luther" entgegensetzen. Anlass ist das Reformationsfest am selben Tag, sagte der Superintendent des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont, Philipp Meyer, dem epd: "Wir sollten uns durch Tage wie Halloween daran erinnern lassen, dass auch wir ganz markante Tage im kirchlichen Kalender haben." Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben.

Geplant sind insgesamt 22 Veranstaltungen an sechs Tagen. Besucher können unter anderem eigene Thesen annageln oder an einem deftigen Essen mit Luthers Tischreden teilnehmen. Die Reihe beginnt am 27. Oktober mit dem Kino-Film "Luther" in der Marienkirche Aerzen. Am 30. Oktober erzählt Altbischof Horst Hirschler in Hameln Geschichten für Kinder zum Thema "Warum wurde Martin L. gekidnappt?" In der Schlosskirche Hämelschenburg treten am 31. Oktober um 10 Uhr Darsteller in historischen Kostümen auf.

Kirchenvertreter hatten in den vergangenen Jahren kritisiert, dass Halloween-Feiern christliche Feiertage wie den evangelischen Reformationstag oder den katholischen Allerheiligen-Tag am 1. November verdrängten. Das vor allem in den USA verbreitete Fest wird in den Nacht zum 1. November zunehmend auch in Deutschland als Grusel-Party mit Kürbisgesichtern und Monstermasken begangen. Seine Ursprünge reichen in heidnisch-keltische Zeit zurück. Der Name leitet sich ab von "All Hallow's Eve", dem Abend vor Allerheiligen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3109/26.10.04)

Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit wird 25 Jahre alt
Hannover (epd). Das kirchliche Jugendarbeitslosigkeits-Projekt "Pro Beruf" in Hannover feiert am Freitag sein 25-jähriges Bestehen. Seit der Gründung 1979 mit zwölf Jugendlichen seien 405 Jugendliche mit Startschwierigkeiten auf einen Ausbildungsplatz vermittelt worden, teilte die Initiative in Hannover mit. 421 Jugendliche hätten nachträglich den Hauptschul-Abschluss geschafft. 450 junge Erwachsene wurden in eigenen Werkstätten gezielt auf den Alltag in Arbeit und Ausbildung vorbereitet.

Inzwischen sei Pro Beruf das größte kirchliche Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit in Stadt und Region Hannover, hieß es. Das Projekt bietet Jugendlichen, die berufliche Starthilfe benötigen, unter anderem Sprachkurse, Hilfe bei der Lehrstellen-Suche und Kurse zum Hauptschulabschluss an. Seit dem vergangenen Jahr hilft es auch Schülerinnen und Schülern an zwölf Schulen beim Einstieg in einen Beruf. Partner sind unter anderem hannoversche Großbetriebe, Handwerks-Betriebe sowie Kammern und Innungen.

Die Wurzeln der Initiative liegen in der evangelischen Titus-Gemeinde in Hannover. Sie wird unterstützt von der Bundesagentur für Arbeit, vom Land Niedersachsen, von der hannoverschen Landeskirche sowie von Stadt und Region Hannover. (epd Niedersachsen-Bremen/b3100/26.10.04)

Lutheraner befürworten Öffnung gegenüber Friedwäldern

Hannover (epd). Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat eine vorsichtige Öffnung gegenüber Bestattungen in so genannten Friedwäldern befürwortet. Wenn das Grab an einem Baum frei zugänglich sei und ein Namensschild an den Verstorbenen erinnere, spreche nichts dagegen, sagte Sprecher Udo Hahn am Montag in Hannover.
Hahn stellte eine neue Publikation der VELKD zur Bestattungskultur mit dem Titel "Vom christlichen Umgang mit dem Tod" vor.

Die lutherische Kirche wolle Friedwälder zwar nicht direkt fördern. Sie erkenne aber an, dass diese neue Form dem Trend zur anonymen Bestattung entgegenwirke. Damit unterscheide sich die VELKD markant von der katholischen Kirche, die Friedwälder strikt ablehne, erläuterte Hahn. Im westfälischen Kalletal bei Rinteln war Mitte Oktober Deutschlands siebter Friedwald eröffnet worden.

In der neuen Publikation sind auf 104 Seiten die Vorträge einer Klausurtagung der VELKD-Bischofskonferenz in Bückeburg zusammengefasst.
Bei der Tagung im Frühjahr hatten sich die Bischöfe für eine Öffnung gegenüber neuen Bestattungsformen ausgesprochen. Dokumentiert sind unter anderem Vorträge der Theologie-Professorin Sabine Bobert aus Kiel und der Leiterin des Museums für Sepulkralkultur in Kassel, Jutta Schuchard.

Zur VELKD gehören acht lutherische Landeskirchen zwischen Nordelbien, Bayern und Sachsen mit rund 10,4 Millionen Mitgliedern. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3084/25.10.04)

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