Ökumenische Partnerschaften zentrale Aufgabe der Kirche

Nachricht 20. Oktober 2004

Gera/Hannover – Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat sich zu ihren vielfältigen ökumenischen Partnerschaften bekannt. Sie seien eine „zentrale Aufgabe der Kirche“ und „nicht ein Luxus, den wir uns in wohlhabenden Zeiten leisten, auf den wir aber bei abnehmenden Mitteln verzichten können“, heißt es in einer Entschließung der heute zu Ende gehenden Synodaltagung. Seit dem 16. Oktober beraten 62 Kirchenvertreter in Gera unter dem Thema „Ökumenische Partnerschaften“. An der Tagung nahmen zahlreiche Vertreter lutherischer Kirchen aus ganz Europa sowie Asien, Afrika, den USA und Lateinamerika teil.

Die weltweite Ökumene bilde „ein Gegenüber zur politischen und wirtschaftlichen Globalisierung, die vielfach zunehmende Armut, Ungerechtigkeit und gewaltsame Auseinandersetzungen zur Folge hat“, heißt es in der Entschließung.

Die Generalsynode „verpflichtet sich, dafür Sorge zu tragen, dass in künftigen Haushalten der prozentuale Anteil der Mittel für die ökumenische Zusammenarbeit mit unseren Partnerkirchen erhalten bleibt“. 12,5 Prozent des rund 4,5 Millionen Euro umfassenden Haushalts der VELKD stehen zur Unterstützung ökumenischer Partner bereit.

Die Gliedkirchen und Gemeinden werden aufgefordert, die bestehenden Partnerschaften auf allen Ebenen zu stärken. Dort, wo Einsparungen erforderlich seien, solle dafür gesorgt werden, dass der ökumenische Austausch erhalten bleibe und Kirche als Teil der weltweiten Christenheit erfahrbar sei.

Besonders gewürdigt wurden die Beziehungen innerhalb der lutherischen Weltgemeinschaft. Dass gemeinsame lutherische Bekenntnis überwinde die Grenzen von Völkern, Rassen, Kulturen, Sprachen und sozialen Schichten und mache so die Erfahrung der von Gott geschenkten Einheit möglich. „Dabei geht es nicht um eine Abgrenzung gegenüber anderen Konfessionen, sondern um die Stärkung der lutherischen Gemeinschaft als einer tragfähigen Säule im Haus der gesamten Christenheit.“ Die Gliedkirchen werden in der Entschließung gebeten, die Arbeit des Lutherischen Weltbundes (LWB) zu stärken.

Die Kirche benötige das Engagement junger Menschen, auch in den ökumenischen Partnerschaftsbeziehungen. Deshalb sollten die Kirchen ökumenische Begegnungen und Austauschprogramme für Jugendliche fördern.

Die Synodalmitglieder sind besorgt über die HIV/Aids-Pandemie, die das Leben und die Existenz von ganzen Gemeinden, insbesondere in Afrika südlich der Sahara bedrohe. Es sei begrüßenswert, dass der LWB HIV/Aids zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht hat. Zudem werden die Gliedkirchen und Gemeinden aufgefordert, dem „Aktionsbündnis gegen Aids“ beizutreten und sich mit Gottesdiensten und Aktionen am Welt-Aids-Tag (1. Dezember) zu beteiligen.

Der volle Wortlaut der Entschließung ist im Internet unter www.velkd.de/synode2004/beschluesse.php abrufbar.

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