Seiters: "Moderne Hospizarbeit ist unverzichtbar"

Nachricht 16. Oktober 2004

Lüneburg (epd). Der Schirmherr der Hospiz-Stiftung Niedersachsen, Rudolf Seiters, hat am Sonnabend das Engagement Ehrenamtlicher in der Hospizarbeit gewürdigt. Menschen, die pflegende Angehörige entlasten und Gesprächspartner für Kranke sind, förderten eine neue Kultur des Miteinanders angesichts der Endlichkeit menschlichen Lebens, sagte der frühere Bundesinnenminister bei einer Benefizveranstaltung der Hospiz-Stiftung in Lüneburg.

Ängste im Angesicht von Krankheit und Tod könnten abgebaut werden, wenn Menschen über sie sprechen, sagte der CDU-Politiker und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. "Dazu ist Zeit nötig, die in der Pflege oft nicht bleibt." Die moderne Hospizarbeit, "die für einen bewussten Umgang mit dem Ende menschlichen Lebens wirbt, ist in der heutigen Gesellschaft unverzichtbar", betonte Seiters einem vorab verbreiteten Manuskript zufolge. Es sei wichtig, diese ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen.

Mit der Benefizveranstaltung in der Lüneburger St.-Johannis-Kirche warb die Hospiz-Stiftung Niedersachsen für ihre Ziele. Die von den evangelischen und katholischen Kirchen in Niedersachsen gegründete Stiftung will Gelder einwerben, um aus den Zinsen Projekte zu finanzieren. Vorrangig sollen die mehr als 120 niedersächsischen Hospizgruppen, die Menschen in ihrer letzten Lebensphase betreuen, unterstützt werden.

Der Ratzeburger evangelische Propst Peter Godzik ermutigte in seinem Referat "Engelgeleit - eine Aufgabe" dazu, andere am Ende ihres Lebens zu begleiten. "Engel sind der sinnliche Ausdruck von Glauben", sagte er. Für den Menschen seien sie besonders in Grenzsituationen bedeutend. Aus biblischen Geschichten über Engel und Erfahrungen von Mönchen und Heiligen habe sich eine eigene christliche Tradition in der Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden auf dem letzten Weg entwickelt. (epd Niedersachsen-Bremen/b3032/15.10.04)

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