Diakonie: Nirgendwo kostet die Pflege weniger als in Niedersachsen

Nachricht 08. Oktober 2004

Angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten zahlreicher Altenpflegeeinrichtungen weist die Diakonie darauf hin, dass in niedersächsischen Heimen im Vergleich zu den anderen alten Bundesländern am billigsten gepflegt werden müsse.

Wilfried Wesemann, Bereichsleiter im Diakonischen Werk der Landeskirche Hannovers: „67 Euro darf die stationäre Pflege durchschnittlich zwischen Harz und Nordsee kosten, während in Nordrhein-Westfalen 79 Euro pro Tag und Bewohner zur Verfügung stehen.“ Die Zahlen entstammen dem 4. Bericht Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes. Wesemann fragt: „Benötigen die Pflegebedürftigen in Niedersachsen 15 Prozent weniger Pflege als in NRW? Es kann nicht sein, dass bei gleichen Rahmenbedingungen wie Tarifrecht und Qualitätsanforderungen die Pflege bundesweit so unterschiedlich entlohnt wird.“
Niedersachsen bilde das Schlusslicht bei der durchschnittlichen Vergütung für vollstationäre Dauerpflege, die bei 73 Euro liege. „Ein trauriger Rekord, der zu aller erst zulasten alter und kranker Menschen geht.“

Wesemann warnt angesichts dieser Zustände vor einer „Unterkapitalisierung“ pflegerischer Einrichtungen: „Notwendige Investitionen für die Zukunft sind bereits verbraucht, um die Schieflage zwischen den eigentlichen Kosten und den bewilligten Vergütungen auszugleichen. Unter den gegebenen Bedingungen werden innovative Projekte, die den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung tragen, erschwert.“

Zur Diakonie in Niedersachsen gehören 166 Einrichtungen mit 15.000 Plätzen und 11.000 Mitarbeitenden. Jeder fünfte Altenheimbewohner in Niedersachsen ist in einer diakonischen Einrichtung.

Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V.
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bernd Prigge
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