Auf einen Blick (30.9.)

Nachricht 30. September 2004

Von der Plattdeutschen Andacht bis zur Kinderpredigt
„Wir seh’n uns“ lautet der Titel des Lese- und Arbeitsbuches zum 30. Deutschen Evangelischen Kirchentages 2005 in Hannover. Im Buch der rast findet sich nahezu alles, was in den Gemeinden der Landeskirche zur inhaltlichen Vorbereitung benötigt wird: von der Plattdeutschen Andacht bis zur Kinderpredigt.

Mehr als 40 Einzelbeiträge beleuchten den Kirchentag 2005. Das Taschenbuch nimmt die Losung und die Schwerpunktthemen des Kirchentages auf: Wie können wir glauben? Wie wollen wir leben? Wie sollen wir handeln? Es entwickelt Impulse und praxisgerechte Ideen für Gemeinden. Auf 192 Seiten finden sich Bausteine für Gottesdienst- und Gemeindearbeit, Arbeitshilfen, Meditationen und Andachtstexte; geschrieben von erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen, Journalistinnen und Journalisten sowie Theologinnen und Theologen aus der Landeskirche und weit darüber hinaus.

Alle Gemeinden und Einrichtungen der hannoverschen und braunschweigschen Landeskirche erhalten das Lese- und Arbeitsbuch Anfang Oktober kostenlos mit der Kirchentags-CD-ROM zugesandt. Die CD-ROM ergänzt die inhaltlichen Impulse des Buches. Mit Filmen, Bildern und Informationen zum Kirchentag ist sie das ideale Medium zur Teilnehmerwerbung und organisatorischen Planung zur Fahrt nach Hannover im Mai 2005.

Das Buch können Sie zum Preis von 6,00 € bestellen unter www.bibli.com

Mit Rosen Freude schenken
Der “Tag der Regionen” geht in Kooperation mit Kirchengemeinden und Eine Welt Intitiativen faire Wege

Elbe-Weser. „Fair handeln – Wurzeln in einer globalisierten Welt“, unter diesem Motto wirbt in diesem Jahr der „Tag der Regionen“ für ein faires Miteinander auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Zu den gewünschten fairen Preisen für die hiesige Milch an die Landwirte gehören für die Initiatoren daher auch faire Preise zum Beispiel für Blumen aus anderen Regionen und Ländern. Mit Freude Qualität genießen und dies zum Nutzen aller, dieser Leitidee folgend steht der faire internationale Handel dem fairen regionalen Handeln sehr nahe.
Weitere Infos: www.tag-der-regionen.de

Stader Landessuperintendent kritisiert Familienpolitik
Stade (epd). Der Stader Landessuperintendent Manfred Horch hat die Familienpolitik der Parteien scharf kritisiert. Eine konsequente Förderung von Kindern, Familien und Alleinerziehenden als nationale Aufgabe sei nicht in Sicht, sagte der Regionalbischof der hannoverschen Landeskirche am Mittwochabend in der St.-Wilhadi-Kirche Stade.

"Alle Parteien sprechen zwar vor Wahlen davon, dass sie für eine bessere Familienpolitik eintreten. Nach den Wahlen kreißt der Berg und gebiert allerhöchstens eine Kindergelderhöhung", sagte der leitende Theologe. Die Politik müsse aber durch eine konsequente Familienförderung Paare darin unterstützen, sich für Kinder zu entscheiden. Dazu seien bessere Betreuungsmöglichkeiten und geringere finanzielle Belastungen von Familien nötig.

Eltern dürften nicht die gleichen Sozialabgaben zahlen wie Menschen, die keine Aufwendungen durch die Erziehung von Kindern hätten. Horch schlug vor, nach dem Vorbild des bundesweiten Wettbewerbes "Unser Dorf soll schöner werden" auf kirchlicher und kommunaler Ebene einen Preis für die kinderfreundlichsten Gemeinden und Städte auszuloben. Zusätzlich sollten sich Familien und Erziehende auf ihre politische Kraft besinnen und selbst etwas bewegen, damit die Gesellschaft kinderfreundlicher wird.

Die "Zeit"-Journalistin Susanne Mayer forderte einen radikalen Umbau des Sozialsystems und der Berufswelt. Dazu gehörten massive Privilegien für Familien, volle Bürgerrechte für Kinder und eine Elternteilzeit bei 90 Prozent Lohn. Nötig sei eine Familienkultur, "in der das Leben mit Kindern einfach kinderleicht ist".
(epd Niedersachsen-Bremen/b2867/30.09.04)

Das aktuelle Stichwort: Erntedankfest

Hannover/Bremen (epd). Mit dem Erntedankfest erinnern Christen am Sonntag (3. Oktober) an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Das Fest will deutlich machen, dass der Mensch die Schöpfung nicht selbst in der Hand hat und dass die Ernte nicht auf seiner Leistung beruht. Er bleibt auf Gott angewiesen, der Sonne und Regen gab und dem Boden die Kraft zum Wachstum verlieh.

Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. So feiern die Juden im Herbst das Laubhüttenfest mit Zweigen und Palmen. Im Christentum wird das Fest seit dem dritten Jahrhundert begangen. Im Mittelalter war der Termin örtlich verschieden und richtete sich nach der Kornernte oder nach der Weinernte. Die katholische Kirche kennt keinen festen Tag für den Erntedank, begeht das Fest aber in der Regel Anfang Oktober. In der russisch-orthodoxen Kirche werden die ersten Erträge der Ernte in der ersten Augusthälfte geweiht.

Preußen legte den Tag 1773 auf den ersten Sonntag nach dem Michaelisfest, das ist meistens der erste Sonntag im Oktober. So ist es in der evangelischen Kirche bis heute üblich. Traditionell werden die Altäre mit Feldfrüchten geschmückt: Kürbisse, Gurken, Kartoffeln oder Möhren. Auch Kindern soll so bewusst werden, dass die Milch nicht aus der Tüte oder Gemüse aus der Dose kommt.

In jüngerer Zeit werden auch Produkte der Industrie-Gesellschaft mit einbezogen. Auch die Themen Umweltschutz und Gentechnik spielen in der Gegenwart eine immer größere Rolle. Zugleich wird an die Hungerkatastrophen in den ärmsten Ländern der Erde und besonders an die Millionen unterernährten Kinder weltweit erinnert. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2814/29.09.04)

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