Auf einen Blick (14.9.)

Nachricht 14. September 2004

„Wohin wächst die Kirche?“
Zukunftsperspektiven angesichts knapper werdender finanzieller Mittel
Bremerhaven/Elbe-Weser. Die Frage nach der Zukunft der Kirche in Zeiten sinkender Steuereinnahmen steht im Mittelpunkt des Generalkonventes des Sprengels Stade. Am 15. September 2004 kommen unter der Leitung von Landessuperintendent Manfred Horch (Stade) die rund 320 evangelisch-lutherischen Pastorinnen und Pastoren im Elbe-Weser-Dreieck in der Bremerhavener Stadthalle zu ihrer jährlichen Tagung zusammen.

Hauptreferent wird Dr. Thies Gundlach aus Hannover sein. Der 48jährige Theologe, Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), will Wege der Umgestaltung kirchlicher Arbeit aufzeigen. Seine These: „Wir werden uns in Zukunft auf Zentren gelingender Kirche konzentrieren müssen anstatt weiter an einer Generalzuständigkeit festzuhalten“. Kirchen zu multifunktionalen Gebäuden umzubauen, in denen neben Gemeinderäumen auch die Sekretärin mit ihrem Büro Platz findet, ist für ihn eine der zukunftsweisenden Ideen.

Politiker und Bischöfin gegen Schönheitsoperation in RTL
Osnabrück (epd). Als Tabubruch ist die geplante Übertragung einer Schönheitsoperation im Fernsehen von Politikern und der Kirche kritisiert worden. In einer Stellungnahme gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (Dienstagsausgabe) sagte die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, dem Privatsender RTL gehe es mit der live gesendeten Brustvergrößerung offenbar nur darum, "so viel Schamgrenzen und Tabus zu zerstören, wie es nur geht".

Von einer perversen Show sprach der kultur- und medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Eckhardt Barthel. Der Privatsender unterschreite mit seiner Sensationsgier jede Geschmacksgrenze. Damit erhöhe er auch den Druck auf Frauen, produzierten Schönheitsidealen nachzueifern, sagte Barthel der Zeitung.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im niedersächsischen Landtag, Philipp Rösler, warf dem Sender reine Sensationsgier vor. Der promovierte Arzt fügte hinzu, die für diesen Dienstagabend als erste Live-Operation einer Brustvergrößerung im Fernsehen beworbene Sendung lasse jede ärztliche Seriosität vermissen. Laut RTL soll die vollständige Darstellung des Eingriffs der kritischen Aufklärung dienen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2669/14.09.04)

Arp-Schnitger-Preis geht an Ostfriesen und Amerikanerin
Brake /Kr. Wesermarsch (epd). Der internationalen Arp-Schnitger-Preis 2004 geht zu gleichen Teilen an den Orgelbauer Hendrik Ahrend (41) aus dem ostfriesischen Leer und die Organistin Erica Johnson (27) aus Rochester im US-Bundesstaat Pennsylvania. Mit dem Preis sollen junge Orgelbauer und Organisten gefördert werden, die sich mit dem Werk des berühmten Orgelbauers aus Golzwarden bei Brake verbunden fühlen, sagte der erste Vorsitzende der Arp-Schnitger-Gesellschaft, Geerd Dettmers, am Dienstag dem epd. Der Preis ist mit je 2.600 Euro dotiert.

Ahrend setze seine Kenntnisse des alten Orgelbaus konsequent in die Praxis um, sagte Dettmers. Dabei habe er sich als Spezialist für den Schnitger-Stil im Orgelbau und bei der Restauration von Schnitger-Instrumenten erwiesen. Erica Johnson sei sehr erfahren im Spiel an Schnitger-Orgeln. Als Schülerin des wissenschaftlichen Direktors des Organeums in Weener, Professor Harald Vogel, habe sie lange in Deutschland gelebt.

Der Preis werde am 5. November vom Schirmherren der Arp-Schnitger-Gesellschaft und niedersächsischen Landtagspräsidenten Jürgen Gansäuer (CDU) in der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi überreicht, so Dettmers. Hier steht die weltweit größte noch existierende Orgel des Braker Orgelbaumeisters.
(epd Niedersachsen-Bremen/b2604/07.09.04)

Sozialwaisen in Siebenbürgen lernen Posaune blasen
Hildesheim (epd). Mit einer Spende von 2.182 Euro unterstützt das Posaunenwerk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ein Projekt im rumänischen Siebenbürgen. Im Rahmen der "Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt" lernen dort Sozialwaisen, Blechblasinstrumente zu spielen. Das Geld sei bei einer Kollekte anlässlich der Einweihung des Michaelisklosters in Hildesheim zusammengekommen, teilte das Posaunenwerk am Dienstag mit. Die Summe reiche aus, um in Rumänien einen Posaunenlehrer für ein Jahr zu bezahlen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2605/07.09.04)

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