EKD-Ratsvorsitzender plädiert für verstärkten Dialog der Religionen

Nachricht 11. September 2004

In Zeiten des Terrors sei der Dialog der Kulturen und Religionen wichtiger als je zuvor. Die Religionen müssten gemeinsam der Gewalt abschwören, um die Spirale der Gewalt zu überwinden, so der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, in einem Gastkommentar für die Allgemeine Zeitung Mainz (Samstagsausgabe). Notwendig sei die Bereitschaft, "das Fremde und die Fremden als Gegenüber und nicht als Gegner zu sehen".

Religion könne der Legitimierung von Gewalt dienen, das sei auch aus der Geschichte des Christentums bekannt. Im Namen des Christentums seien Kriege geführt und Menschen getötet worden. "Umso mehr haben wir Grund, uns im Gespräch der Religionen um Klarheit zu bemühen."

Um den "Sumpf des internationalen Terrorismus auszutrocknen" brauche man politische Konsequenz, die Herrschaft des Rechts und gegebenenfalls "auch die nötige Härte, es durchzusetzen". Aber das allein genüge nicht, notwendig sei auch eine Kenntnis des Anderen. Religion könne zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht werden, könne dieser Gewalt aber auch widerstehen und zu ihrer Überwindung beitragen. Huber hob besonders die Ökumenische Dekade zur Überwindung der Gewalt hervor, die im Februar 2001 vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) ausgerufen worden war. Zu einer "Achse des Friedens" habe der christliche Glaube Entscheidendes beizutragen.

Hannover, 10. September 2004
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi