Diakonie besorgt über weitere Sozial-Kürzungen

Nachricht 03. September 2004

Hannover (epd). Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche bereitet sich mit Sorge auf knapper werdende Mittel vor. Wenn der Staat an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gerate, sei die Wohlfahrtspflege besonders gefragt, sagte Diakoniedirektor Henning Brandes am Freitag in Hannover. Doch auch ihre Mittel würden eingeschränkt. Das Diakonische Werk werde als einer der größten Wohlfahrtsverbände in Niedersachsen weiter als Sozialanwalt seine Stimme für die Bedürftigen erheben, kündigte er vor Journalisten an.

Das Diakonische Werk als Dachverband will seinen 387 Mitgliedseinrichtungen helfen, zukunftsfähig zu werden und zu bleiben.
Neue Arbeitsvertragsrichtlinien sollen auf lange Sicht Kosten senken und dennoch attraktiv für Fachkräfte bleiben, sagte Brandes. Wenn Ein-Euro-Kräfte eingesetzt würden, dann nur als Freiwillige. Sie müsse man dann auch begleiten und qualifizieren. Für diakonische Einrichtungen sollen Verbundlösungen zu Verwaltung, Management und Datenverarbeitung entwickelt werden.

Mit dem Land verhandelt die Diakonie laut Brandes über einen Abbau der Bürokratie in der Altenpflege und darüber, ob die Qualifizierung Wohnungsloser nicht doch fortgesetzt werden könne. Hier könne eine Erfolgsquote von 20 Prozent auch die Abgeordneten beeindrucken, hofft der Direktor.

Die Diakonie bedauerte, dass die Sprachförderung im Kindergarten nicht mehr alle förderfähigen Kinder erreiche, weil das Land die Mittel von 6 auf 4,8 Millionen Euro kürze. Sorgen machten auch die Kürzungen des Landes bei Aussiedlerberatung und Integrationsstellen.
Je nach den Ergebnissen der Kabinettsklausur Ende September könne es auch zu Entlassungen kommen, sagte Brandes. Die Diakonie müsse Schwerpunkte setzen, wenn sie die nötige Qualität der Arbeit gefährdet sehe.

Zum Diakonischen Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die den größten Teil Niedersachsen umfasst, gehören unter anderem 582 Kindergärten mit 45.000 Kindern, 51 Einrichtungen der Jugendhilfe mit 2.720 Jugendlichen, 146 Alten- und Pflegeheime mit über 13.000 Plätzen sowie 83 Einrichtungen für insgesamt 12.500 Behinderte. Die Diakonie beschäftigt 40.000 Mitarbeitende, mehr als 20.000 weitere engagieren sich ehrenamtlich. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2580/03.09.04)