Neues Zentrum in Hildesheim startet am Samstag mit viel Musik

Nachricht 27. August 2004

Hildesheim (epd). Das Evangelische Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim bietet zu seiner Eröffnung am Sonnabend ein umfangreiches Musikprogramm zwischen Klassik und Pop an. Im Eröffnungsgottesdienst um 15 Uhr in der St. Michaeliskirche mit der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann singt unter anderem das Vokalsolisten-Ensemble "Gli Scarlattisti", das vom Direktor des Zentrums, Jochen Arnold, geleitet wird. Nach Angaben des Zentrums spielen zudem Musiker der "Studiogruppe Baltruweit".

Ein Bläserchor gestaltet den Gottesdienst ebenso mit wie Landeskirchenmusikdirektor Hans-Joachim Rolf an der Orgel. Von 17 Uhr an kann das Zentrum besichtigt werden. Unter anderem bietet die Gruppe "Ephatha" Musik zwischen Pop, Rock und Jazz. Um 19 Uhr spielen 90 Bläser aus drei Chören in der Kirche Musik aus vier Jahrhunderten. Am Sonntag um 20 Uhr erklingt dort "Windmusik" für "instrumentale Simme und vokales Saxofon" mit Gabriele Hasler und Roger Hanschel aus Bremen und Köln.

Der Tagungsbetrieb startete in der vergangenen Woche mit einer Liederwerkstatt zum Kirchentag 2005 in Hannover. 35 Komponisten und Autoren entwickelten Texte und Melodien. Das Zentrum will traditionelle Formen des Gottesdienstes und der Kirchenmusik bewahren und weiterentwickeln und neue Formen fördern. Die Kosten für den Umbau und die Restaurierung des früheren Predigerseminars im Michaeliskloster betragen 6,45 Millionen Euro. (epd Niedersachsen-Bremen/b2499/27.08.04)

Das aktuelle Stichwort: Michaeliskloster Hildesheim
Hildesheim (epd). Das Michaeliskloster Hildesheim, in dem am Sonnabend ein Evangelisches Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik eröffnet wird, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es wurde im Jahre 996 von Bischof Bernward von Hildesheim zur Verehrung des Kreuzes Christi auf einem Hügel gegründet. Als erste Mönche berief Bernward Benediktiner aus Köln nach Hildesheim.

1010 legte er den Grundstein zur Klosterkirche St. Michaelis, einem herausragenden Beispiel romanischer Baukunst. Sie gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. 800 Jahre beherrschte das Klosterleben den Michaelishügel. Das änderte sich erst in napoleonischer Zeit: König Jerome ließ Kirche und Kloster schließen. Die Klosterkirche wurde als Strohlager, Kegelbahn und Sporthalle genutzt.

In die inzwischen entwidmeten Klosterräume zog 1827 eine Heil- und Pflegeanstalt für geistig behinderte Menschen ein. 1941 deportierten die Nazis im Zuge ihres Euthanasie-Programms rund 420 Patienten und ermordeten sie in einer Gaskammer. Von 1943 bis 1945 dienten die Räume als Ausbildungsstätte der SS. Im März 1945 wurden sie durch Bomben weitgehend zerstört.

Nach Kriegsende überbaute die hannoversche Landeskirche das Kloster und siedelte dort ein Predigerseminar zur Ausbildung angehender Pastoren und eine Familienbildungsstätte an. Seit 2002 wird das Gebäude restauriert und umgebaut. (epd Niedersachsen-Bremen/b2492/26.08.04)

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen


Weitere Informationen zum Michaeliskloster erhalten Sie hier: www.michaeliskloster.de.