CSU-Politiker: Konsequent gegen Hassprediger vorgehen

Nachricht 25. August 2004

Hannover (epd). CSU-Generalsekretär Markus Söder (Nürnberg) hat ein konsequentes Vorgehen gegen gewaltbereite Islamisten gefordert. "Hassprediger haben in Deutschland nichts zu suchen", sagte er bei der Aufzeichnung der Fernseh-Talkshow "Tacheles" am Dienstagabend in der hannoverschen Marktkirche. Straftäter müssten abgeschoben werden. Nicht tolerierbar sei auch die Leugnung des Holocaust durch Islamisten.

Der kleine Kern gewaltbereiter Muslime sei nicht integrationswillig, sagte Söder in der Debatte zum Thema "Wird der Islam zur Bedrohung?". Die überwiegende Mehrheit der Muslime in Deutschland grenze sich jedoch klar gegen diese Gruppen ab.

Der Europa-Abgeordnete der Grünen, Cem Özdemir (Brüssel), sprach sich für eine gemeinsame Wertebasis von Muslimen und Nicht-Muslimen aus, die sich aus der jüdisch-christlichen Tradition ebenso speise wie aus der Tradition etwa des Islam in Bosnien. Zum Zusammenleben gebe es keine Alternative: "Es geht nur noch um das Wie." Grundlage müsse die Trennung von Staat und Religion sein.

Der Braunschweiger evangelische Bischof Friedrich Weber forderte einen intensiveren Dialog zwischen Christen und Muslimen. Dazu müssten auch die Muslime aktiv beitragen. Wenn ein Imam nach fünf Jahren in Deutschland immer noch kein Deutsch spreche, könne kein gegenseitiges Vertrauen entstehen. Es sei nötig, dass die Muslime "von ihrem Glauben in einer von der Aufklärung geläuterten Sprache sprechen".

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas (Eschweiler), forderte eine Ausbildung für Imame und islamische Religionslehrer in deutscher Sprache. "In den Moscheen ist es versäumt worden, die deutsche Sprache richtig ernst zu nehmen", sagte er. Die Debatte wird am Mittwoch um 16.30 Uhr, am Sonnabend um 22.15 Uhr, am Sonntag um 17 Uhr und am Montag um 10 Uhr auf "Phoenix" ausgestrahlt.

Weitere Informationen: www.tacheles.net

(epd Niedersachsen-Bremen/b2469/25.08.04)