Bistum erteilt ökumenischem Gymnasium eine Absage

Nachricht 20. August 2004

Nordhorn/Osnabrück (epd). Das katholische Bistum Osnabrück hat einem von Protestanten in die Diskussion gebrachten ökumenischen Gymnasium eine Absage erteilt. "Angesichts knapper Finanzen ist das von unserer Seite derzeit nicht machbar," sagte Winfried Verburg, Leiter der Schulabteilung im bischöflichen Generalvikariat am Freitag dem epd.

Die evangelische Landessuperintendentin für den Sprengel Osnabrück, Doris Janssen-Reschke, hatte sich vor einigen Tagen in einem Interview für die Einrichtung eines ökumenischen Gymnasiums ausgesprochen. Verburg sagte, er könne sich zwar grundsätzlich eine gemeinsam geführte Schule
vorstellen: "Aber ich bin zutiefst der Überzeugung, dass die ökumenische Ausrichtung nicht von der Trägerschaft abhängt." Die katholischen Schulen in Osnabrück seien ökumenisch. Zudem brauche man aufgrund zurückgehender Schülerzahlen keine zusätzlichen Gymnasien.

Ökumenische Gymnasien sind nach Informationen der Evangelischen Schulstiftung im hannoverschen Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland bundesweit die Ausnahme. Ihm seien nur das Ökumenische Gymnasium in Bremen und das Ökumenische Domgymnasium in Magdeburg bekannt, sagte Referent Jörg Schulz. Allerdings werden beide Schulen nach eigenen Angaben von Trägervereinen geführt, in denen die Kirchen nicht vertreten sind.

Unterdessen planen die evangelisch-lutherische und die evangelisch-reformierte Kirche nach eigenen Angaben in Nordhorn im Osnabrücker Sprengel ein gemeinsames Gymnasium. Der Landkreis Grafschaft Bentheim habe bereits Zustimmung signalisiert. Das öffentliche Gymnasium in Nordhorn platze aus allen Nähten, sagte der lutherische Pastor Marc Blessing. In unmittelbarer Nachbarschaft stehe das Verwaltungsgebäude einer ehemaligen Bekleidungsfirma leer, das sich leicht in eine Schule umgestalten ließe.

Auch Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track, Dezernentin für Schulwesen im hannoverschen Landeskirchenamt, macht sich für diese Schule stark. Sie werde den Antrag auf einer der kommenden Synoden in Hannover vortragen, sagte Gäfgen-Track. Die Reformierten werden nach Angaben von Kirchenpräsident Jann Schmidt in der kommenden Woche eine Entscheidung treffen. Sie seien seit etwa einem Jahr mit den Lutheranern im Gespräch. (epd Niedersachsen-Bremen/b2424/20.08.04)

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