Rund 250 Jugendliche schreiben E-Mails an Lebensberater

Nachricht 20. August 2004

Hannover (epd). Rund 250 Jugendliche aus ganz Niedersachsen haben seit Dezember 2003 ihre Probleme per E-Mail evangelischen Lebensberatern anvertraut. Die Loslösung von den Eltern, Probleme in Schule und Ausbildung sowie die erste Partnerschaft seien die wichtigsten Anlässe, sagte der Leiter des Evangelischen Beratungszentrums Hannover, Axel Kreutzmann, am Donnerstag dem epd in einer Zwischenbilanz. Nach zögerlichem Beginn steige die Zahl der E-Mail-Kontakte inzwischen an.

Die hannoversche Landeskirche hatte das Projekt ins Leben gerufen, um Schwellenängste von Jugendlichen gegenüber der Lebensberatung abzubauen. Jugendliche machten keine Termine für ein Beratungsgespräch, sagte Kreutzmann. Per E-Mail meldeten sie sich oft zunächst unter Decknamen wie "Micky Maus" oder "James Bond". Anders als bei der Telefon-Seelsorge, bei der Jugendliche häufig Scherz-Anrufe starteten, kämen alle mit ernsthaften Anliegen.

"Im äußersten Fall geht es bis zu Selbstmord-Gedanken", sagte Kreutzmann. Die meisten Jugendliche seien in Cliquen integriert, trauten sich aber nicht, ihre Probleme dort zu zeigen. Viele berichteten, sie hätten niemanden, mit dem sie sich aussprechen könnten. Nach einer Reihe von E-Mails erklärten sich die Jugendlichen häufig zu einem persönlichen Gespräch bereit. Sie würden dann an eine der 30 Beratungsstellen der Landeskirche zwischen Harz und Nordsee vermittelt.

Das Projekt ist bis Ende März 2005 befristet. Das Beratungszentrum richtete dafür eine eigene Stelle ein. Zur Finanzierung stellten die Landeskirche, die Hanns-Lilje-Stiftung und die Klosterkammer Hannover zusammen 50.000 Euro zur Verfügung. (Adresse:
ev.beratungszentrum.hannover@evlka.de) (epd
Niedersachsen-Bremen/b2425/20.08.04)

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