Seelsorger veröffentlichen Bericht zum Castor-Transport

Nachricht 16. August 2004

Dannenberg (epd). Evangelische Seelsorger fordern, dass bei einem erneuten Castor-Transport in das atomare Zwischenlager Gorleben im Konfliktfall die Menschenwürde gewahrt bleiben müsse. Während des Transportes im November vergangenen Jahres seien Bürger misshandelt und ganze Dörfer abgeriegelt worden, kritisieren die Pastoren und kirchlichen Mitarbeiter aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg in einem am Sonnabend veröffentlichten Bericht.

Es dürfe sich nicht wiederholen, dass Menschen in ihren Häusern und Dörfern eingesperrt werden, weil diese nahe an der Transportstrecke liegen, schreiben der Dannenberger Superintendent Peter Kritzokat und sein Kollege aus Lüchow, Propst Hans-Jürgen Wolters: "Es ist kein Trost, wenn Gerichte nach Jahren feststellen, dass solche Polizeiaktionen rechtswidrig und nicht verhältnismäßig waren."

In dem 24-seitigen Bericht schildert ein Pastor, wie er auf dem Gelände seines Pfarrhauses von einem Polizeibeamten geschlagen wurde.
Andere beschreiben, dass Demonstranten "in schockierend brutaler Weise" von Eisenbahnschienen geholt wurden. Die Seelsorger loben aber auch die Zusammenarbeit mit Konfliktmanagern der Polizei. Der Bericht kann unter Telefon 05861/8411 oder unter der E-Mail-Adresse sup.dannenberg@evlka angefordert werden.

Auch bei einem erneuten Atommüll-Transport nach Gorleben, den das Bundesamt für Strahlenschutz bereits genehmigt hat, werden die Seelsorger als Mittler bei Konflikten mit allen Beteiligten Gespräche führen, kündigte Kritzokat an. Er bekräftigte zugleich, dass die evangelische Kirche die Transporte in das Zwischenlager ablehne. Sie schafften Fakten, durch die auch ein Endlager vor Ort immer wahrscheinlicher werde, selbst wenn der Salzstock Gorleben dafür nicht geeignet sein sollte. (epd Niedersachsen-Bremen/b2377/13.08.04)
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