Diakonie warnt Land vor Kürzung in der Ausländerberatung

Nachricht 26. Juli 2004

Hannover (epd). Die Diakonie befürchtet gravierende Folgen bei Kürzungen in der Ausländer-Sozialberatung in Niedersachsen. Gemeinsam mit anderen Wohlfahrtsverbänden hat sich das Diakonische Werk Hannovers an das Innenministerium gewandt. Wenn die Landesmittel wie geplant gestrichen würden, könnte die bisherige Beratungsarbeit nicht fortgesetzt werden. Dabei steige zurzeit der Bedarf, stellten die Verbände fest.

Martin Fischer vom Diakonischen Werk berichtete von einer Welle neuer Anfragen im Vorfeld der Einführung des Arbeitslosengeldes II. In die Beratungsstelle in Hannover, die ursprünglich für Griechen eingerichtet wurde, kämen inzwischen Menschen aus allen Nationen. "Viele haben Angst und sind verunsichert", berichtete Sozialberaterin Marianne Tsioutsioumis.

Die evangelische Diakonie in Niedersachsen finanziert die Sozialberatung von Ausländern nach eigenen Angaben mit Eigenmitteln von 130.000 Euro im Jahr. Vom Land kommen bisher 29.000 Euro. Sie sollen 2005 ebenso entfallen wie 337.000 Euro bei der Arbeiterwohlfahrt und 189.000 Euro bei der katholischen Caritas, erklärte die Diakonie. Der Wegfall der Landesförderung gefährde zusätzlich auch Bundesmittel. Die drei Verbände in Niedersachsen finanzieren 37 Personalstellen in der Beratung. (epd Niedersachsen-Bremen/b2204/22.07.04)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen