Liedermacher Kunze rät Kirche zu "Gott statt Gottschalk"

Nachricht 09. Juli 2004

Wolfenbüttel (epd). Der Liedermacher Heinz Rudolf Kunze (47) hat der Kirche geraten, ihre religiösen Antworten offensiv zu vertreten. In einem Interview mit dem evangelischen Magazin "Synode direkt" der braunschweigischen Landeskirche sagte Kunze, es habe keinen Sinn zu versuchen, für Religion, Spiritualität und Glauben zu werben, indem man sich überall und allenthalben wie Showmaster Thomas Gottschalk gebärde.

Die Kirche muss nach den Worten Kunzes darauf achten, dass sie nicht in erster Linie ein Unterhaltungs- und Zerstreuungsangebot ist, sondern eine grundsätzlich andere Sicht der Dinge bietet. "Gott statt Gottschalk muss ihre Devise lauten", sagte der Musiker.

Zum Jahreswechsel will Kunze einen Erkennungssong für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2005 in Hannover veröffentlichen. Zwei seiner fünf besten Freunde seien Pastoren. Sie hätten ihn seit der Schulzeit immer wieder mit der Theologie in Verbindung gebracht. "Zu Studienzeiten habe ich sogar eine Doktorarbeit über den Gottesbegriff bei Spinoza und Schelling angefangen", berichtete Kunze.

Viele Pop- und Rockmusiker glauben nach Einschätzung Kunzes, dass die Fans von ihnen Zurückhaltung gegenüber der Kirche erwarteten. Ob diese Zurückhaltung ihrer privaten Meinung wirklich entspreche, sei dahingestellt: "Ich kann mir genauso gut vorstellen, dass einige lauthals linke Sprüche klopfen und heimlich CDU wählen - wenn sie nämlich an ihre Steuererklärung denken." (epd
Niedersachsen-Bremen/b2077/09.07.04)
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