Neue EKD-Statistik erschienen

Nachricht 05. Juli 2004

H a n n o v e r (idea) – Mehr als 650.000 Menschen in Deutschland beziehen ihr Gehalt von den evangelischen Kirchen und der Diakonie. Das geht aus einer am 1. Juli in Hannover veröffentlichten Informationsbroschüre der EKD hervor. Sie bietet auf 31 Seiten einen statistischen Überblick über das kirchliche Leben. Danach beschäftigt die Diakonie 452.000 Personen in Voll- und Teilzeit, überwiegend in Pflege- und Erziehungsberufen. Die Zahl der unbezahlten Kräfte liegt etwa ebenso hoch.

Den rund 200.000 hauptamtlich Beschäftigten in der evangelischen Kirche stehen mehr als eine Million ehrenamtliche Mitarbeiter gegenüber. Sowohl bei Haupt- als auch bei Ehrenamtlichen sind Frauen mit einem Anteil von über 70 Prozent klar in der Mehrheit. Etwa 123.000 Gemeindemitglieder engagieren sich ehrenamtlich in kirchlichen Leitungsgremien, vom Gemeindekirchenrat bis zur EKD-Synode.

Von den 23.000 beschäftigten Theologen sind 15.300 in Kirchengemeinden tätig, so daß im EKD-Durchschnitt ein Pfarrer für 1.718 Gemeindemitglieder zuständig ist. Die Zahl der Kirchengemeinden beträgt 16.356. Der Broschüre zufolge gehörten Ende 2002 rund 26,2 Millionen Bürger zur evangelischen Kirche und knapp 26,5 Millionen zur römisch-katholischen Kirche. Orthodoxe Kirchen hätten 1,2 Millionen Mitglieder und andere Kirchen 360.000. Damit gehören fast zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland einer Kirche an: Im Westen Deutschlands sind es 75,5 Prozent und im Osten 28 Prozent.

Die Einnahmen der evangelischen Kirchen liegen jährlich bei 10,5 Milliarden Euro. Rund 4,6 Milliarden Euro stammen aus der Kirchensteuer. Den größten Anteil an den Kosten haben Seelsorge, Verkündigung und Gemeindearbeit (3,5 Milliarden Euro), gefolgt von der gemeinde-diakonischen Arbeit (2,3 Milliarden Euro), wozu etwa Kindertagesstätten gehören. Unterhaltung und Pflege der 75.000 kirchlichen Gebäude (darunter 21.000 Kirchen) und Grundstücke kosten jährlich 1,3 Milliarden Euro.

Nach Angaben der EKD besuchen an einem durchschnittlichen Sonntag knapp über eine Million Menschen einen evangelischen Gottesdienst (3,9 Prozent am Sonntag Invokavit). Zu besonderen Anlässen ist die Zahl der Kirchgänger höher: So kommen am 1. Advent 5,3 Prozent der Mitglieder, am Erntedankfest acht Prozent. An Heiligabend gehen fast neun Millionen Menschen zur Kirche (32,5 Prozent der Mitglieder). Deutlich gestiegen in den westdeutschen Landeskirchen ist die Zahl der Familiengottesdienste: von 39.000 im Jahre 1987 auf 55.000 im Jahre 2002.

Die Broschüre nennt auch Zahlen zu den Angeboten in den Kirchengemeinden: So bestehen dort 126.000 Gruppen, die regelmäßig von 1,7 Millionen Erwachsenen besucht werden. Den größten Zulauf haben Kirchenchöre (360.000 Besucher), Seniorenkreise (331.000), Frauenkreise (290.000), Bibel- und theologische Gesprächskreise (137.000) sowie Posaunenchöre (98.000). Die fast 38.000 Kinder- und Jugendkreise zählten 2002 mehr als 400.000 Teilnehmer.

Darüber hinaus bieten die Gemeinden jährlich mehr als 200.000 Veranstaltungen an. Den Schwerpunkt bildet die Kirchenmusik. Zu 63.000 Angeboten in diesem Bereich 2002 kamen 6,8 Millionen Besucher. 42.000 Veranstaltungen befaßten sich mit theologischen Fragen, 22.000 mit sozialen Fragen und knapp 21.000 mit Ökumene und Weltmission. Deutlich dahinter folgen Bibelwochen (9.100) und Evangelisationen (2.600). In den etwa 9.000 evangelischen Kindertagesstätten werden 541.000 Kinder von 35.000 Vollzeit- und 27.000 Teilzeitkräften betreut. Dafür wenden die Landeskirchen jährlich 1,6 Milliarden Euro auf. (077/2004/4)

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Download bei www.ekd.de: Zahlen und Faken zum kirchlichen Leben, 2004