Auf einen Blick (25.6.)

Nachricht 24. Juni 2004

Großes Chor-Fest mit über 500 Sängerinnen und Sängern
Kirchenchöre aus dem gesamten Elbe-Weser-Gebiet treffen sich in Stade

Stade/Elbe-Weser. Am kommenden Wochenende werden vom 26. bis 27. Juni 2004 zahlreiche Mitwirkende zum Sprengel-Chortreffen in der Stadt an der Elbe erwartet. „Von Cuxhaven bis Rotenburg, aus Verden und Bremerhaven sind Kirchenchöre dabei“, so Hauke Ramm, der als Kirchenmusikdirektor gemeinsam mit seinem Kollegen Tillmann Benfer (Verden) das musikalische Fest organisiert und seit Monaten vorbereitet hat. Neben den gemeinsamen Proben der Chormitglieder gibt es auch etliche öffentliche Konzerte, die jeweils kostenlos zu besuchen sind.

So wird Martin Böcker am Samstag an den Orgeln der beiden Stader Innenstadtkirchen St. Cosmae und St. Wilhadi ab 15.15 Uhr u.a. Werke von Dietrich Buxtehude aufführen. Vor dem Neuen Rathaus findet ab 16.30 Uhr unter der Leitung von Landessingwart Matthias Gauer ein offenes Sommerlieder-Singen mit Volksliedern und Kanons statt, bei dem jeder mitmachen kann. Begleitet wird der gemeinsame Gesang vom Bläserkreis der Cosmae-Gemeinde. Werke von Johann Sebastian Bach u.a. werden um 19.00 Uhr in St. Wilhadi zu hören sein, wenn Klaus-Peter Stoldt (Posaune) und Hauke Ramm (Orgel) ein gemeinsames Konzert geben.
Das Fest endet am Sonntag um 11.00 Uhr mit einem Gottesdienst aller teilnehmenden Chöre in der St. Wilhadi-Kirche.

Ingenieur stiftet Acker für Posaunenarbeit

Ströhen/Kr. Diepholz (epd). Mit einer ungewöhnlichen Spende will ein Ingenieur der Elektrotechnik aus Ströhen bei Diepholz die Posaunenarbeit der evangelischen Kirche fördern. Der 39-jährige Andreas Lorch hat einen Acker zur Verfügung gestellt. Der Wert des rund zwei Fußballfelder großen Grundstücks soll in das Grundkapital einer Posaunen-Stiftung einfließen, sagte Lorch am Mittwoch dem epd.

Das Posaunenwerk der hannoverschen Landeskirche wirbt zurzeit um Gelder für eine Stiftung. Sobald 25.000 Euro zusammengekommen sind, könne die Stiftung gegründet werden, sagte der Leiter des Werks, Wolfgang Gerts. Langfristig angestrebt sei ein Volumen von einer Million Euro. Die Zinserträge der Stiftung sollen der Ausbildung des Bläser-Nachwuchses zu Gute kommen.

Die mit Getreide bebaute Ackerfläche von Andreas Lorch ist nach seinen Angaben auf einen Wert von rund 11.000 Euro geschätzt worden. Das Feld sei noch für 15 Jahre verpachtet und bringe jährlich Pachterlöse ein. Der ehemalige Nebenerwerbs-Landwirt hat den Acker gestiftet, weil er die Arbeit in den Posaunenchören als "innere Mission der Kirche" für wichtig hält.

"Nirgendwo sonst werden junge Leute so angehalten in Gottesdienste zu gehen, mitzumachen und sich einzubringen", sagt Lorch, der Mitglied im Landesposaunenrat ist und selbst einen Chor leitet. In der hannoverschen Landeskirche spielen laut Wolfgang Gerts rund 14.000 Bläser aller Generationen in knapp 800 Chören. Sie werden von sieben Landesposaunenwarten aus- und weitergebildet. Rund 1.000 Chorleiter und Ausbilder sind ehren- und nebenamtlich tätig. (epd
Niedersachsen-Bremen/b1900/23.06.04)
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Ausstellung "Juden und Christen" öffnet in Leer

Leer (epd). Die Ausstellung "Juden und Christen" wird am 4. Juli im Rathaus von Leer eröffnet. Bis zum 27. Juli dokumentieren Bildtafeln und Installationen die jüdische Geschichte und die Beziehungen von Juden und Christen in Niedersachsen, sagte Gernot Beykirch von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland am Freitag dem epd.

Träger der Wanderausstellung ist die Arbeitsstelle für Kirche und Judentum in der hannoveschen Landeskirche. Die Schau wolle mit mehr als 50 Exponaten deutlich machen, was es für Jüdinnen und Juden bedeutet, in einer christlich geprägten Gesellschaft zu leben, betonte Beykirch. Noch immer gebe es unterschwellige Vorurteile gegenüber dem Judentum, die es aufzudecken gelte.

Bis 1933 lebten Juden und Christen in Leer friedlich zusammen, sagte Beykirch. In der Stadt fand regelmäßig der wohl europaweit größte Viehmarkt statt, der maßgeblich von jüdischen Händlern organisiert wurde. Die Bauern hätten ihnen viel Vertrauen entgegengebracht.
Trotzdem hätten fanatisierte Nationalsozialisten die Leeraner Synagoge im November 1938 niedergebrannt. Im Frühjahr danach erklärten die Nazis Ostfriesland als "judenfrei". Bis heute gibt es keine jüdische Gemeinde in Leer. (epd Niedersachsen-Bremen/b1930/25.06.04)