Auf einen Blick (8.6.)

Nachricht 08. Juni 2004

Erste Kirchenführer in Niedersachsen erhalten Urkunde

Potshausen /Kr. Leer (epd). Die ersten Kirchenführerinnen und Kirchenführer in Niedersachsen schließen am 12. Juni ihre Ausbildung ab.
Seit Januar vergangenen Jahres hätten sich die 19 Männer und Frauen an acht Wochenenden mit kunsthistorischen, theologischen, kirchenpädagogischen und verwaltungsrechtlichen Fragen fortgebildet, sagte der Leiter von "Kirche in Tourismus", Klaus Stemmann (Hannover) am Dienstag dem epd. Die Zertifikate werde die ostfriesische Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein in Potshausen überreichen.

Ziel der Ausbildung sei es, "den Besuchern einen neuen Zugang zu den Kirchen zu ermöglichen", sagte Stemmann. Die ehrenamtlichen Kirchenführer präsentierten ihren Gästen die Kirchen nicht nur als Museen mit nüchternen Fakten, sondern "mit allen Sinnen als Orte des Gemeindelebens". Architektonische und künstlerische Symbole in den Gebäuden seien Anknüpfungspunkte für solche Erkundungen.

Träger der Ausbildung sei neben anderen der Bundesverband Kirchenpädagogik, der eine bundesweite Anerkennung der erworbenen Zertifikate garantiere, betonte Stemmann. Ähnliche Kirchenführerausbildungen gebe es in der westfälischen Landeskirche, der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. (epd Niedersachsen-Bremen/b1737/08.06.04)

Verdener "Lange Nacht der Kirchen" mit Luther-Bier

Verden (epd). Die Christen in Verden bei Bremen sind am 18. Juni erstmals zu einer ökumenischen "Langen Nacht der Kirchen" eingeladen.
In Verden und Dörverden seien die Kirchen mit einem abwechslungsreichen Programm bis über Mitternacht geöffnet, sagte der evangelische Superintendent Dieter Rathing am Montag dem epd. Zum Programm gehören neben besonderen Gottesdiensten eine Film-Nacht mit "Luther-Bier" und mittelalterlichem Brot, Konzerte auch zum Mitmachen, eine Kirchturmbesteigung zum Sonnenuntergang sowie Nachtgespräche zu Bibel und Märchen.

An der Aktion beteiligen sich in Verden der Dom, St. Andreas, St. Johannis, St. Josef, St. Nikolai und die Zionsgemeinde. In Dörverden wird die St.-Cosmae-et-Damiani-Kirche geöffnet. Zumeist im Stundenrhythmus können Besucher an den verschiedenen Standorten unterschiedliche Programmpunkte miterleben. "Überall ist für ein Getränk und eine kleine Stärkung gesorgt", ergänzte Rathing. Nähere Informationen gibt es bei der Evangelischen Kreisakademie Verden unter der Telefonnummer 04231/800500 und im Internet (www.kirche-verden.de).
(epd Niedersachsen-Bremen/b1722/07.06.04)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

„Integrieren statt ignorieren“
Kirchen rufen zur Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche 2004 auf

Unter dem Motto „Integrieren statt ignorieren“ rufen die Vorsitzenden der Kirchen in Deutschland zur Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche auf, die in diesem Jahr vom 26. September bis 2. Oktober stattfindet. Bischof Dr. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Metropolit Augoustinos, Griechisch-Orthodoxer Metropolit in Deutschland, betonen in Ihrem Gemeinsamen Wort, dass Zuwanderer zur Wirklichkeit unserer Gesellschaft gehören. „Wir können und dürfen sie als unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht einfach ignorieren, übersehen, links liegen lassen.“ Über Jahrzehnte hinweg sei von der Politik verdrängt worden, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei. Noch immer sei das Ausländer- und Asylrecht „weithin in erster Linie auf die Abwehr von Migranten eingestellt“, kritisieren die Vorsitzenden der Kirchen. „Auch im Bereich der europäischen Migrationspolitik geben einige restriktive, einseitig auf die Abwehr von Migranten zielende Tendenzen Anlass zur Wachsamkeit.“ Beim Zuwanderungsgesetz dürfe der Flüchtlingsschutz gegenüber dem Gesetzentwurf nicht abgeschwächt werden.

Menschlicher Zuwendung und Anteilnahme komme eine zeichenhafte Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft zu. In zahlreichen Gottesdiensten, Feiern und Informationsveranstaltungen werden Ausländer und Deutsche, Zugewanderte und Einheimische gemeinsam deutlich machen, wie integrieren statt ignorieren praktisch gelebt werden kann. Die Kirchen rufen zu einer regen Beteiligung an der „Woche“ auf. Als Termin wird die Woche vom 26. September bis 2. Oktober 2004 empfohlen. Der von den Kirchen eingesetzte Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Woche der ausländischen Mitbürger erwartet, dass auch in diesem Jahr an mehr als 150 Orten rund 2.000 Veranstaltungen stattfinden werden. Sie werden von Kirchengemeinden und kirchlichen Stellen sowie von Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Ausländerbeiräten und zahlreichen Initiativgruppen organisiert und durchgeführt.

Zur Vorbereitung dieser Aktionswoche werden durch den Ökumenischen Vorbereitungs-ausschuss Plakate, Flugblätter, Postkarten sowie ein Materialheft mit Anregungen für die Gestaltung von Veranstaltungen herausgegeben. Weitere Informationen hierzu finden sie unter www.interkulturellewoche.de oder www.woche-der-auslaendischen-mitbuerger.de.