Posaunen-Anfänger bringen Musical auf die Bühne

Nachricht 01. Juni 2004

Bei "Tines Sternstunde" dürfen alle mitblasen - Posaunen-Anfänger bringen in drei Tagen Musical auf die Bühne

Von Karen Miether (epd)

Bad Bevensen/Kr. Uelzen (epd). Silke Lindenschmidt gab den Einsatz. Die Landesposaunenwartin des evangelischen Posaunenwerks dirigierte am Montagabend ein ungewöhnliches Ensemble. 70 Jungbläserinnen und Jungbläser hatten im Orchestergraben Platz genommen. Wie die achtjährige Julia aus Toppenstedt bei Winsen spielen manche von ihnen ihr Instrument erst seit einem halben Jahr. In der Gesamtschule Bad Bevensen führten sie jetzt gleich ein ganzes Musical auf.

Als "erstes Mitmach-Musical bundesweit" kündigte der Lüneburger Landesposaunenwart Ulf Pankoke das Stück "Tines Sternstunde" an. Das Besondere an der Show, die Pankoke und seine Hildesheimer Kollegin Lindenschmidt konzipiert haben: Neben versierten Musikern durften auch die mitmachen, die gerade erst ein paar Töne blasen können.

Rund 30 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgten als Hauptdarsteller, Übungsleiterin, Beleuchter, Choreographin oder Köchin des Ensembles dafür, dass trotzdem ein professionelles Werk auf die Bühne kam. Drei Tage lang hatten die Acht- bis Zwölfjährigen aus verschiedenen Orten in Niedersachsen in Bad Bevensen geprobt, um am Ende ihr Publikum zu begeistern.

Das Musical erzählt die Geschichte der Schülerin Tine, die verzweifelt nach einem Thema für den Schulaufsatz "Mein schönstes Ferienerlebnis" sucht. Während Tine angestrengt grübelt, haben ihre Freunde die Fantasie bereits schweifen lassen. Aus alltäglichen Erlebnissen entwickeln sie Geschichten, die das Publikum an einen Königshof, in den Sternenhimmel und in eine Fabrik entführen.

Die Jungbläser übernahmen dabei auch Rollen auf der Bühne. Timo aus Cuxhaven spielte im Orchester das Flügelhorn. Noch mehr begeisterte es ihn allerdings, "einen mittelalterlichen Tanz am Hofe des Königs zu tanzen". Gekonnt führte der Neunjährige seine "Dame" über das Parkett.
In der Fabrik-Szene bewiesen die Blechbläser, dass sie auch auf Metallfässern, Fahrradständern und den Sprossen von Trittleitern fetzige Musik machen können.

An ihrem Proben-Wochenende übernachteten die Jung-Musiker mit Schlafsack und Luftmatratze in Klassenräumen der Schule. Zwischen den Proben wurden sie unter anderem mit Gemüsesuppe, Torte und Hot Dogs verwöhnt. "Es macht Spaß, in der Gruppe zu singen und zu spielen, und es ist cool, mit vielen zusammen zu sein", fasste die elfjährige Jana das Gemeinschaftserlebnis zusammen.

Mit dem Mitmach-Musical hatte das Posaunenwerk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers unterstützt von der Hanns-Lilje-Stiftung ein spezielles Angebot für den jüngsten Nachwuchs in den Posaunenchören konzipiert. In der Landeskirche gibt es nach Angaben des Posaunenwerks derzeit rund 14.000 Bläser aller Generationen in rund 750 Chören. (epd Niedersachsen-Bremen/b1633/01.06.04)
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