Käßmann für "Globalisierung um der Menschen willen"

Nachricht 30. Mai 2004

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat in ihren Pfingstpredigten die Vision einer Welt beschworen, "in der alle Nahrung, Obdach und Bildung haben". Kein Volk solle sich selbst überhöhen, sagte sie und sprach sich für eine "Globalisierung um der Menschen willen"
aus. Christen sollten heute widerspenstiger sein und "ein Kontrastprogramm auflegen", sagte sie in einem Gottesdienst, den die ARD am Pfingstsonntag aus der Marktkirche in Hannover übertrug.

Wenn Menschen wie im Irak "gedemütigt werden bis ins Letzte", werde Gottes Heiliger Geist verletzt, erklärte die evangelische Bischöfin.
Gottes Gebote seien Regeln für ein gelingendes Leben. Dabei gehe es um die Liebe zu kleinen Leuten, nicht um Macht und Durchsetzungsfähigkeit.

Im Vorblick auf den Kirchentag nächstes Jahr in Hannover rief die Bischöfin dazu auf, das Leben zu feiern, das mit dem Tod kein Ende habe.
Der Heilige Geist, dessen Ausgießung an Pfingsten gefeiert wird, habe den ersten Gläubigen "Kraft zum Leben und Mut zum Sterben" gegeben. An dem Fernsehgottesdienst wirkten auch der Liedermacher Heinz Rudolf Kunze, der Pantomime Carlos Martinez, der Bachchor Hannover und viele andere mit.

Am Nachmittag rief Käßmann die christlichen Konfessionen zur Begegnung miteinander auf. Bei einem Open-Air-Gottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hannover mahnte sie zur Besinnung auf den gemeinsamen Kern, den Glauben an den auferstandenen Jesus Christus. (epd
Niedersachsen-Bremen/b1614/28.05.04)

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